Startseite Forum – Hauptseite Zucht und Haltung von Rassetauben Zucht und rassegerechte Unterbringung Wer verwendet wann mit welchen Erfolg beheizte Nistschalen

Dieses Thema enthält 8 Antworten und 0 Teilnehmer. Es wurde zuletzt aktualisiert von  Thomas Arneth vor 13 Jahre.

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  • #9013

    Thomas Arneth
    Teilnehmer

    Bin am Überlegen ob ich nicht umsteigen soll.

    #9305

    Norwichkroepfer
    Teilnehmer

    Hallo Thomas,

    vom Einsatz beheitzer Nistschalen ist dringend abzuraten!

    Er stellt eine Entfernung unserer Rassetaubenzucht von natürlichen Abläufen dar! Stichworte: Noch früherer Zuchtbeginn; keine oder zu kurze “Winterpause”; zu trockene Wärme; fehlendes Selektionsmerkmal.

    Die Verkäufer solcher Nistschalen werden das sicher anders sehen. Ebenso die Zuchftreunde, die diese “Zuchhilfe” mit “Erfolg” anwenden. Die Frage ist nur: Sind diese Nistteller gut für unsere Tauben?
    Die Antwort ist ein klares NEIN!

    Mit bestem Züchtergruß

    Hubert Borgelt

    #9306

    Anonymous
    Teilnehmer

    Hallo..!
    Ich geb in die Tränke handwarmes Wasser ! Glaub die meisten Junge wachsen nicht oder… + weil zuwenig Wasser (wenn es zu kalt ) bekommen wenn die Alten Körner gefüttern !
    Nistschalen beheitzt wird auch NEIN sagen habe welche kannst Sie haben !
    MFG
    F-W

    #9307

    Anonymous
    Teilnehmer

    Hallo..!
    Ich habe noch nie beheizte Nistschalen gehabt, werde mir aber auch anschaffen. Bei mir haben bisher alle Rassen (Altdeutsche Mövchen, Engl. Modena, Dt. Modeneser und Italienische Mövchen) erfolgreich ihre Jungen groß gezogen und das auch bei Temperaturen unter 0°C im Februar. Ich versuche meine Tauben nach Möglichkeit am Ende des Sommers zu trennen und die Ausstellungssaison am 3. Advent zu beenden.

    #9308

    Thomas Arneth
    Teilnehmer

    Hm, da komm ich aber nochmals in grübeln. Ich habe einfach bei einigen Paaren das Problem, daß die Täubin bereits nach 30 Tagen wieder legt.

    Die hat zu Folge daß es einige Tage gibt, in denen die Jungen nicht richtig gedeckt werden, obwohl sie es noch nötig hätten. Da ich mit den Texanern auf frühe Jungtiere angewiesen bin (Landesschau im Oktober), beginne ich mit der Zusammenpaarung dementsprechend früh. Häufig habe ich Ende Januar die ersten Gelege.

    Wenn man dann das 30 Tage Problem noch berücksichtigt, so könnten mir beheizte Nistschalen zumindest in den kritischen Tagen in denen der Täuber wieder Treibt, recht gute Dienste leisten.

    Werde es im Frühjar wohl mal mit zwei Paaren probieren !

    #9309

    jo
    Teilnehmer

    Hallo Thomas,
    hast du mal probiert deine Tauben etwas knapper zu füttern, dadurch kann man den Zeitpunkt des zweiten Geleges etwas herauszögern.
    Gruß Jo

    #9310

    Anonymous
    Teilnehmer

    Hallo Thomas !
    Kannst ja am Tag die Täubin weg nehmen !
    Ich füttere Morgens wenn die Täubin die Jungen gefüttert hat (wenn Sie Körner füttern) nehme ich Sie weg !
    Dann laß ich den Täuber zu den Jungen und fütter noch mal !
    Abends das Gleiche noch mal !
    Am Tag den Täuber im Schlag und Nachts die Täubin !
    MFG
    F-W.

    #9311

    Anonymous
    Teilnehmer

    Vielleicht ist es an dieser Stelle gestattet, dass sich auch einmal ein Grünschnabel zu Wort meldet, auch wenn er prinzipiell die gleiche Meinung vertritt, wie Norwichkröpfer. Ich denke, wir sollten hier weniger über beheizte oder unbeheizte Nistschalen reden, sondern mehr darüber, was wir aus unserem Hobby machen wollen.

    Es gibt zwei Wege und es ist an der Zeit,endlich Grenzen zu ziehen.

    Der erste Weg führt den Tauben “geradewegs entgegen” und verspricht wahrscheinlich kurzfristig mehr Erfolg auf den Ausstellungen. Wer diesen Weg einschlägt kann sich ohne Probleme für beheizte Nistschalen enscheiden, muss aber akzeptieren, dass dies nur ein Schritt von vielen sein wird. Grundsätzlich geht es darum, den Tauben alles zukommen zu lassen, was Geldbeutel und Wissenschaft hergibt. Das heisst im Klartext, man behandelt jede Krankheit sofort, impft soviel es geht, beheizt (oder besser: klimatisiert) die Schläge und peppelt am besten jedes Jungtier von Hand hoch, damit auch keines im Nest zurückbleibt. Zusätzlich reinigt man den Schlag mindestens 2x täglich, am besten jedoch noch öfter. Ins Trinkwasser kommt jeden Tag ein neues Medikament oder Wundermittelchen, entweder präventiv oder einfach zur Stärkunge der Tauben. Ich glaube, es gibt Züchter, die diese Liste um die abnormalsten und unvorstellbarsten Maßnahmen zum “Wohle der Tiere” erweitern können. Bei mir ist weder genug Geld noch Interesse vorhanden um darüber berichten zu können, was man noch so machen kann.

    Der zweite Weg führt vermeintlich weg vom Tier. In den Schlägen der Züchter, die sich für diesen Weg entscheiden geht es etwas rustikaler zu. Ich würde sogar sagen, dass es prinzipiell nicht rustikal genug sein kann.
    Im extremsten Fall (und von dem will ich an dieser Stelle ausgehen) wird nur da geholfen, wo die Menschenobhut, in der sich die Tiere befinden, nicht die gleichen Bedingungen zulässt, wie sie in der Natur vorkommen. Zum Beispiel werden nur solche Substanzen übers Wasser verabreicht, die lebensnotwendig sind und die nicht über Futter oder Taubenstein zu sich genommen werden, natürlich auch nur in minimaler Dosierung. Es wird nur selten saubergemacht, um einen konstanten Infektionsdruck im Schlag zu erhalten. Tiere die krank werden, bleiben nach Möglichkeit sich selbst überlassen oder werden (falls nicht durch die Krankheit verhindert) gegessen, höchstens jedoch isoliert. Natürlich ist dieser zweite Weg in seiner rustikalsten Form reine Phantasie, ich würde jedoch sagen eher eine Utopie(=bestmöglicher Zustand). Sakastisch könnte man sagen: Es ist eine Utopie, weil wir den ersten Weg schon zu weit gegangen sind.

    Also:
    Der erste Weg verspricht mehr Erfolg. Das liegt daran, dass viel mehr Junge heranwachsen. Jeder, der nur ein bisschen von der Evolutionstheorie oder simpler Logik versteht, wird wissen, dass damit die Chance wächst, ein Tier mit “vorzüglichen rassetypischen” Eigenschaften zu erzüchten. Leider, muss man jedoch sagen, sind solche Tiere selten auch vorzüglich, wenn es um andere genetisch bedingte Eigenschaften geht. Sie sind vielleicht nicht so vital, nicht so resistent und nicht so fütterungswillig, wie die weniger rassetypischen. Man züchtet also relativ konsequent mit Tieren, die ohne die ganzen Prothesen (Im übertragenden Sinne sind Impfungen, Medikamente oder beheizte Nistschalen nichts anderes) gar nicht überlebt hätten. All diese negativen Eigenschaften werden weitervererbt, bis schließlich das nächste vorzügliche Tier mit rassetypischen Merkmalen und noch negativeren Eigenschaften hochgepeppelt wird. Auch mit diesem wird weitergezüchtet und so schließt sich der Kreis.

    Der zweite Weg ist, je nach Eifer, mit dem man ihn verfolgt, sehr steinig. Man braucht auf jeden Fall viel länger um in den Rassemerkmalen voranzukommen. Dafür erhält man jedoch nach Jahren der Ernüchterung vielleicht einmal eine Zucht aus resistenten, vitalen und genetisch vielseitig hervorragenden Tieren, die dann nicht nur den Züchter, sondern auch die Rasse und damit das ganze Hobby nach vorne bringt. Wer es mit dieser Methode schafft, seine Zucht zu etablieren, hilft den Rassetauben etwas von ihrer ursprünglichen Widerstandskraft wiederzugeben, die es “einfach einfacherer” macht, Tauben zu züchten. Nicht zuletzt wird damit unser Hobby auch wieder interessanter für Leute, die nicht die Zeit, wohl aber die Tierliebe haben, sich tagtäglich mit Tauben zu beschäftigen.

    Der ein oder andere, wahrscheinlich die meisten, werden jetzt denken, was ich hier erzähle, ist doch ein alter Hut. Nun, eigentlich sehe ich das auch so, aber es scheint Leute zu geben, die das vergessen haben. In den Geflügelzeitungen stehen wöchentlich Berichte über irgendwelche Wundermittel, die Medikamentenschränke der Züchter füllen
    sich und hier diskutiert man über beheizte Nistschalen.

    Ich halte meine Tauben sicherlich auch nicht so, wie man es fordern könnte.(Schon allein, weil keines meiner Lackschildmövchen eine rustikale Haltung mehr als zwei Monate überleben würde, leider). Doch ich bin der Meinung, wir alle müssen uns überlegen, wie weit wir noch gehen wollen und worin unsere Liebe zum Tier und zu diesem Hobby besteht. Dass ich mir den Frust an dieser Stelle von der Seele spreche, liegt daran, dass meine Grenze mit beheizten Nistschalen schon einige Kilometer überschritten wäre, so wichtig kann eine Landesschau garnicht sein.

    Das ist nicht persönlich gemeint, ich denke man kann meinen Schwall von Worten, die ich loswerden wollte, noch auf unzählige andere Angelegenheiten beziehen. Jeder braucht sich nur zu überlegen, wo er es seinen eigenen Tauben vielleicht überflüssigerweise “zu einfach macht”.

    Das soll es auch gewesen sein, nun werd ich mal meine Sehnenscheidentzündung kurieren.

    #9312

    Anonymous
    Teilnehmer

    Hallo..Sebastian !
    Hast Du deine Tauben im Freiflug ??(bestimmt nein)
    Wie Opa die Taubenzucht betrieben hat das war einmal !
    Das ist nicht nur bei der Taubenzucht so !
    MFG

    #9313

    Anonymous
    Teilnehmer

    Hallo..!
    Nein, ich halte meine Tauben nicht freifliegend, bin mir jedoch immerhin im Klaren darüber, dass das in gewisser Hinsicht nicht vorteilhaft ist. Im Übrigen wollte ich mit meinem vorangegangenen Eintrag auch nicht meine Haltung als “erstrebenswertes Vorbild” herrausstellen (Es gibt schon genug andere Züchter, die ihre Haltung so sehen!). Jeder, der mich besucht oder meine Stallungen kennt, der weiß, dass ich meine Tiere genauso oder sogar “schlechter” halte, als jeder “Durchschnittstaubenzüchter”, und als solchen bezeichne ich mich im Übrigen auch. Ich benutze auch Medikamente, wenn meine Tauben krank sind, weil ich nicht ertragen kann, wie alles, was ich bisher in der Taubenzucht erreicht habe, vor meinen Augen verendet oder sich quält. Das habe ich auch in meinem Eintrag geschrieben.

    Im Übrigen stimme ich ihnen in einem Punkt ohne weiteres und vorbehaltlos zu. Ich kann es wirklich nicht besser sagen, deshalb sei es mir gestattet, zu zitieren:

    Wie Opa die Taubenzucht betrieben hat das war einmal !
    Das ist nicht nur bei der Taubenzucht so !

    Ich bin mir jedoch sicher, dass ich nicht der erste bin, der sich fragt, “warum?” -und darum habe ich meinen Text geschrieben. Vielleicht, wollte ich andeuten, dass Taubenzucht nur deshalb nicht mehr so betrieben werden kann, “wie Opa sie betrieben hat”, weil wir Taubenzüchter über Jahre hinweg vielleicht einen Fehler machen, der nur verständlich ist. Wir wollen “schöne” Tauben und achten dabei nicht auf wertvolle Genkonstellationen, die es Tauben zu “Opas Zeiten” noch ermöglichten, mehr Junge (alleine) großzuziehen, seltener krank zu werden oder allgemein mit schwereren Lebensbedingungen fertig zu werden. Ich habe lediglich die Theorie aufgestellt, dass das genau daran liegt, dass wir immer mehr “auf die Tauben zugegangen” sind, ihnen das Leben erleichtert haben oder durch “Prothesen”(Medikamente, technische Hilfsmittel, beheizte Nistschalen) erst ermöglichten. Genau das ist der Punkt, den ich zu Bedenken geben wollte, jetzt, wo hier darüber gesprochen wird, einen weiteren Schritt zu machen.
    Im Übrigen ist der Vergleich “zu Opas Zeiten” sehr interessant. “Zu Opas Zeiten” beschreibt den Zeitraum von zwei Züchtergenerationen, also vielleicht 50 bis 70 Jahren. Das ist ein kurzer Zeitraum für genetische Veränderungen in der Natur, wir haben es also mit einer rapide verlaufenden Entwicklung zu tun, die schon nach ca. 50 Jahren spürbar ist. Das sollte uns um so mehr alamieren, finde ich. Welche Anforderungen wird die Taubenzucht dann erst in weiteren 50 oder sogar 100 Jahren an die Interessierten stellen? Wird man sich das dann noch leisten können? Zeitlich? Finanziell? Ich bin und bleibe der Meinung: Wir schaufeln unser eigenes Grab, das Grab dieses Hobbys, wenn wir nicht nachdenken und im kleinsten zu handeln beginnen, in jedem einzelnen Schlag.

    Dass diese Entwicklungen nicht nur bei der Taubenzucht vorkommen, bestätigt den Wahrheitsgehalt dieser “Spinnereien”, rechtfertigt für mich aber keinesfalls, sie gutzuheißen und mitzutragen.

    MfG
    Sebastian

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