Mookee Tauben

Mookee Club von 1975


Mitgliedsnummer:
SV-224

Kurz vorgestellt:

Die Mookeetaube ist eine sehr alte, aus dem indischen Rassekreis stammende Taube, die es mit Sicherheit schon vor 1900 bei uns gegeben hat. In der Zeitschrift „Natur und Haus“ berichtete Dr. Ludwig Staby in der Ausgabe vom Februar 1894 über die neue eingeführte „Indische Zitterhalstaube“, die er als hübsche Taube von schwarzer oder schokoladenbrauner Farbe mit weißem Kopf beschrieb. In dieser Zeit wurde die Mookeetaube auch Mukitaube genannt, sie hat sich dann bis etwa 1910 in Deutschland gehalten. Danach wurde es einige Zeit ruhig um unsere Rasse. In der Ausgabe vom 15. Juni 1934 berichte die Geflügelbörse Leipzig über die 1910 zuletzt auf der nationalen in Berlin gesehenen „Mukitaube“. Hier wurden auch erstmals die weißen Außenschwingen erwähnt. In den Niederlanden konnte man noch etwas länger Mookeetauben sehen, wie Kataloge der Onrinthophilla in Utrecht belegen. Dann nach sechs Jahrzehnten Abwesenheit in Deutschland war die Überraschung groß, als auf der 53. Nationalen 1971 in Dortmund wieder Mookeetauben zu sehen waren. Von dort an wurden die Mookeetauben immer häufiger auf führenden Schauen gezeigt und erhielten so einen interessierten Züchterkreis. 1975 war es dann soweit. Anlässlich der Niedersachsenschau in Osnabrück wurde der „SV Mookeeclub 75“ gegründet. Mittlerweile kann der SV 2005 auf 30 Jahre erfolgreicher Vereinsarbeit zurückblicken. Die Mitgliederstärke hat sich bei ca. 60 Mitglieder eingependelt. Die Mookeetauben werden heute mit Regelmäßigkeit auf allen Großschauen gezeigt. Auf der HSS, die traditional der Niedersachsenschau in Osnabrück angeschlossen stattfindet, sind zwischen 200 und 280 Tiere zu sehen. Die Mookeetaube wird den Tümmlern zugeordnet. Es wird angenommen, dass sie in direkter Verwandtschaft mit der Indischen zitterhalsigen Tümmlertaube steht, die als Urahn aller zitterhalsigen Tümmlerrassen gilt.

Anfangs war die Zucht von standardgerechten Mookeetauben nicht leicht. Die Ausgangstiere, die wegen ihrer enormen Zuchtfreudigkeit meist als Ammentauben gehalten wurden, waren teilweise nicht rasserein. Auch machte die Erbfestigung der weißen Außenschwingen, sowie des dunklen Unterschnabels bei schwarz, blau und silber, lange Zeit Schwierigkeiten. Die meisten Mookeetauben, die aus den Niederlanden importiert wurden, hatten zwar weiße Schwingen, aber dadurch auch tiefliegende Kopfzeichnungen und ausschließlich helle Unterschnäbel. Erst als Tiere aus Südafrika eingeführt werden konnten, erhielt man Tiere mit korrekten Kopfschnitten und dunklen Unterschnäbeln. Seit dieser Zeit hat sich in züchterischer Hinsicht einiges getan. Der Typ und die Zeichnung wurden gefestigt und verfeinert, auch die Farbenschlagpalette wurde von anfangs schwarz und braun, auf nunmehr 15 Farbenschläge erweitert. Dazu kamen rot gelb, blau mit schwarz Binden, blaugehämmert, silber, isabell, braunfahl, rotfahl, gelbfahl, braunfahlgehämmert, rotfahlgehämmert, gelbfahlgehämmert und weiß. Die Farben werden möglichst rein von intensiver Farbe gefordert, wobei sie bei der Bewertung eine etwas untergeordnete Rolle spielen sollte Zucht der Mookeetaube

Bei den Mookeetauben handelt es sich um einen Tümmler von mittlerer Größe, die an seinen Züchter keine sehr großen Ansprüche in punkto Platz und Zeitaufwand stellt. Sie ist sehr zuchtfreudig und gesellig, zieht problemlos zwei Jungtiere groß, so dass man ohne Schwierigkeiten 4 Bruten erzielen kann und dann zwischen 6 und 8 Jungtiere bekommt. Auf diese Leistung sollte allerdings geachtet werden, da man durch die schwierige Zeichnung einige Jungtiere bekommt, die nicht ausstellungsfähig sind. Ebenso muss in der Zucht ein gewisser Prozentsatz an Tieren ohne weiße Schwingen gehalten werden, um ein ausbreiten
der weißen Farbfelder zu verhindern. Bei den Farbenschlägen kann man problemlos einige Farben miteinander verpaaren, ohne Mischfarben oder Schecken zu erhalten. So sind Kreuzungen zwischen schwarz und braun sowie rot und gelb auch silber und isabell gut möglich. In die Schlaganlage stellt die Mookeetaube keine großen Ansprüche, sie ist sehr zutraulich und ruhig, ebenso friedfertig zu ihren Schlaggenossen und kann dadurch auch gut mit anderen Rassen gehalten werden. Für den Freiflug sind sie nur bedingt geeignet, denn die Mookees sind zwar quirlige Gesellen Aber wer nicht dagegen hat, wenn seine Tauben ihre nähere Umgebung meist „zu Fuss“ erkundigen, steht diesem Unternehmen auch nichts im Wege.

Um Mookeetauben richtig beurteilen zu können, sollte man sich, ähnlich wie bei den Kropftauben etwas Zeit nehmen und die Tiere nach der ersten Durchsicht, bei der Handbewertung ein oder zweimal in den Käfig einlaufen lassen, oder sie einfach durch ein leichtes klopfen oder rütteln am Käfig in Aktion versetzten, denn so erhält man die typische Haltung und die durch eine leichte Erregung hervorgerufenen Halsbewegung.

Ebenso empfiehlt es sich bei zweireihigen Käfigaufbau Tiere aus der unteren Etage, die sich nicht zeigen, einmal in den oberen Käfig einlaufen zu lassen. Mookeetauben betrachtet man im Seitenprofil.

Hier kann am Besten die leicht angehobene Brust, und dadurch auch die abfallende Haltung beurteilt werden. Die Brust wird etwas vorgewölbt und im Verhältnis zum Körper reichlich breit gefordert. Dabei sollte auch auf das richtige Verhältnis zwischen Brustbreite, Halslänge und Körperlänge geachtet werden.

Bei der Betrachtung einer Kollektion Mookeetauben wird auffallen, dass sich die Täuber typmäßig von den Täubinnen unterscheiden. Der Täubertyp, der meist etwas größer ist, mit einem längeren Hals und Schwanz der dadurch nicht so extrem breit in der Brust wirkt. Die Täubinnen sind etwas kleiner mit etwas kürzerem Hals, wobei Brust und Körperform etwas puppiger und harmonischer zur Wirkung kommen.

Ein weiteres Rassemerkmal ist die Halsbewegung, die wenn man die Taube anspricht, vorhanden sein soll. Sie sollte aber nicht so ausgeprägt sein, wie beim Zitterhals.

Ein wichtiger Punkt ist das Halsgefieder, das fest und anliegend ist und sich am Hinterhals zu einer geschlossener Mähne formt, die in einer Spitzkappe endet. Im Idealfall sollte sie den höchsten Punkt der Oberkopfplatte etwas überragen.

Der Kopf sollte nicht zu grob sein, aber eine gewisse Stirnbreite und ovale Rundung aufweisen. Farbe und Zeichnung sollten an letzter Stelle stehen, wobei eine reine und glanzreiche Farbe dem Betrachter besser anspricht. Bei gleichen Hauptrassemerkmalen erhält natürlich das Tier mit der besseren Farbe den Vorzug. Die äußere weiße Schwingenzahl muss sein: 1/1 – 1/2 – 1/3 – 2/2 – 2/3 – 2/4 – 3/3 – 3/4 – 4/4. Zu den Farbenschlägen :

15 Farbenschläge bilden die Farbpalette der Mookeetauben.

Zuerst die Schwarzen: ein sehr ausgereifter Farbenschlag von dem man eine satte schwarze Farbe erwarten kann, die bei den Spitzentieren schon fast glanzreich ist. Im Bereich der Schwingen- und Bindengegend sind geringe Farbabweichung zu tolerieren.

Bei den Roten strebt man in einem möglichst gleichmäßiges rot an. Leichte Farbabweichungen im Schwanz- und Bürzelbereich sollten nicht in der Mängelspalte auftauchen.

Gelbe Mookee wünschen wir uns mit sattem gelb, hier sollte bei etwas aufgehellten Schwingen- und Schwanzfedern noch ein Auge zugedrückt werden, sofern es nicht von außen störend wirkt.

Bei den Braunem Farbenschlag sieht man im allgemeinen eine hohe Qualität mit schöner gleichmäßiger schokoladenbrauner Färbung. Ob das Braun etwas heller oder dunkler ist, ist zu einem geschlechtsbedingt und sollte auf die Bewertung keinen Einfluss nehmen.

In der Blaureihe gibt es die Blaubindigen und die Blaugehämmerten. Auch hier sollten die Farben satt und möglichst gleichmäßig sein, ob die Binden etwas breiter oder schmaler sind, oder die Hämmerung dichter oder aufgelockerter spielt eine untergeorderte Rolle, jedoch sollte weder Binden noch Hämmerung Rost aufweisen.

Silber ist ein gefestigter Farbenschlag, der geschlechtsbedingt bei 1,0 heller und 0,1 dunkler ist. Die Täubinnen erscheinen durch den dunkleren Farbenschlag etwas wolkig, die ist in gewissen Grenzen zu akzeptieren.

Die Isabellen nehmen in der Farbenfärbung eine besondere Stellung ein, denn bei allen anderen Rassen, die den Isabellen Farbenschlag besitzen ist der auf gelb aufgebaut und hat weiße Binden. Die Mookeetaube ist hier eine Ausnahme, denn das Isabell der Mookee ist ein verdünntes silber, also eine cremige helle nougatähnliche Färbung.

Die sechs Fahlen Farbenschläge gehören eher zu den Raritäten. Wobei die Braunfahlen am besten verbreitet sind und man in punkto Typ schon hohe Ansprüche stellen kann. Die Farbe sollte cremfarben mit schokoladenbraunen Binden sein. Bei 0,1 sollte ein etwas blauer Anflug toleriert werden. Seit 2010 sind auch die Braunfahlgehämmerten, Rotfahlgehämmert und Gelbfahlgehämmert zugelassen: Farbe wie die bindige Variante, Zeichnung wie Blaugehämmert.

Bei Rotfahl und Gelbfahl sollte ein wenig Zugeständnisse in Bezug auf Farbe und Zeichnung gemacht werden, da nur sehr wenige Tiere existieren.

Beim Weißen Farbenschlag muss verstärkt auf Typ und Federqualität geachtet werden, ebenso ist ein blasser und zarter Augenrand Pflicht.




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