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  • als Antwort auf: Bundes- und VDT-Zuchtausschuss stutzen #21707
    r8dSchild
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    In 40 Jahren Pommernkröpferzucht habe ich die ersten 20 Jahre auf allen HSS ausgestellt, die nächsten 20 Jahre war ich auf allen HSS als Preisrichter im Einsatz.
    Dabei gab es alle paar Jahre Aussagen wie „Jahrhunderttäuber“, „Modelltäubin“ oder ähnliches. Manchmal genügte schon „der Blaue von Ketzinger“, „der Gehämmerte von Schulze“ oder „der Rote von Tonak“ und man hatte ein bestimmtes Bild von einem Ausnahmetier vor Augen. Das waren Idealtypen, mit dem man jedem Außenstehenden und jedem Neuling die Rasse-Idee vermitteln konnte. Dieses Idealbild konnten wir auf HSS in Bottrop, Erding, Ettlingen oder Vellmar leicht umsetzen, weil wir auf einer Linie waren. Aber diese Orte sind kaum noch als Schaustandort vorhanden, so dass auch unsere Rasse zwischen Kassel und Leipzig pendelt. Dort gelten aber nicht unsere Ideale, sondern es regiert der Wahnsinn:

    – Seit Urzeiten werden verkrüppelte Zehen bei belatschten Rassen lt. AAB als hoffähig akzeptiert. Die Sondervereine sind da schon weiter in ihren Erkenntnissen. Wenn eine belatschte Taube in gewisser Weise schon gegenüber einer glattfüßigen unter erschwerten Bedingungen lebt, dann ist die Grundvoraussetzung dafür doch wohl der richtige Latschenaufbau (seitlich, nicht nach vorn) und eine korrekte Zehenstellung. Die AAB erlauben weiterhin Missbildungen.

    – Seit 40 Jahren wartet die Basis darauf, dass die Übergangsregelung zur Schwanzfederzahl in eine endgültige, international tragfähige Lösung geführt wird.

    – Seit 30 Jahren wird die Basis hinsichtlich der nebensächlichen Schwungfederzahl im Stich gelassen. Nun droht ein neues Bürokratiemonster im orangen Ordner – ich sehe rot!

    – Solange ich denken kann, philosophieren vermeintliche Fachleute über die ideale Hämmerung und verwenden Begrifflichkeiten wie gleichmäßige Hämmerung, obwohl auf unterschiedlich großen Flügeldeckfedern nur unterschiedlich große Hämmerungsflecken möglich sind. Es gibt nur die allelen Flügelschildmerkmale c | + | CL | C | CD | CT. Durch die Paarigkeit der Merkmale kann jedes Tier sowohl reinerbig für eines dieser Merkmale sein oder auch mischerbig in jeder denkbaren Kombination (6 x 6 = 36 Kombinationsmöglichkeiten). Beim Pommerschen Kröpfern haben wir mit Ausnahme von c (für hohliges Flügelschild) alle Flügelzeichnungsmuster wie bindig, hellgehämmert, gehämmert, dunkelgehämmert und dunkel im Genpool der Rasse verankert. Bei schwarzer Grundfarbe (dazu gehört insbesondere die blaue Farbreihe) ist jedes Farbbild klar, rein und attraktiv, der Kontrast von blau (Farbe), schwarz (Zeichnungsmuster des Flügelschildes) und weiß (Scheckmuster) wirkt großartig. Darüber sind wir uns intern einig, extern sollen wir uns belehren lassen? Der Pommersche Kröpfer in den blauen Varianten war immer vital und lebensfroh, weil wir die Vielfalt begrüßt und gefördert haben und somit auch Degenerationen unbewusst vorgebeugt haben. Bei anderen Rassen wird mit Ausnahme der C+-Tiere (gehämmert, mischerbig zu bindig), die ein aufgelockertes Hämmerungsbild zeigen, jede andere Variante bemängelt und damit aussortiert.

    Diese Art von Selektion führt zu einseitiger Auswahl nach einem engstirnigen Idealbild, die Vielfalt und damit auch die Krankheitsresistenz (Vitalität) werden vorsätzlich eingeschränkt. Unser vermeintliches Schönheitsideal entzieht uns die Zukunft, da durch Bekämpfung der Vielfalt die Erbgrundlagen zu eng werden und damit auch die Lebensgrundlagen. Wir sollten Falsches aussortieren und nicht falsch aussortieren.

    als Antwort auf: 69. VDT-Schau in Kassel #21672
    r8dSchild
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    Wo ist jetzt das Problem? Nach Kassel Januar 2019 habe ich mir ein paar Tage später einen Katalogauszug “meiner” Rasse ausgedruckt. Dasselbe war nach Leipzig Dezember 2019 möglich. Aber von Kassel 2019 konnte ich über die von mir bewerteten Tiere keinen qualitativ hochwertigen Schaubericht über die Sonderschau mehr verfassen, weil wir ohne Not und unter Hinweis auf eine mehr als fadenscheinige Fälschungssicherheit die Zweitschrift der Bewertungskarte abgeschafft haben. Ich habe für mich persönlich die Konsequenz daraus gezogen, keine Bewertungsaufträge mehr anzunehmen, weil ich keinen Nachweis meiner Arbeit mehr habe. Die Zweitschrift ist für mich unverzichtbar sowohl als Grundlage für einen guten Schaubericht als auch zur Beweissicherung. Beides wird leider nicht wichtig genommen.

    als Antwort auf: Bundes- und VDT-Zuchtausschuss stutzen #21662
    r8dSchild
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    1998 wird vom VDT der Titel „Champion“ eingeführt. Hat der Pommersche Kröpfer mit seinen hohen Anforderungen an Größe, Figur, Blaswerk, Latschen, Zeichnungsbild und Farbe überhaupt eine Chance, hier im Vergleich zu anderen Rassen ganz oben mitzumischen?
    Ein Jahr später kann ich auf der VDT-Schau in Lingen dem Obmann eine junge blaugehämmertgeherzte Pommernkröpfertäubin vorstellen. Über die Bestätigung der Höchstnote gab es keine Diskussion, auch das Ehrenband war obligatorisch, und am nächsten Tag stand die junge Täubin in der Champion-Auswahl. Der Züchter hatte in der Zucht immer auf Typ und Größe geachtet, auch die Farbe musste rein und klar sein, aber es war völlig gleichgültig, ob sie blau oder blaufahl, bindig, gehämmert, dunkelgehämmert oder dunkel waren. Aus dieser Mischung zusammengehörender Erbfaktoren einer Farbreihe werden Champions geboren!

    2003 begrüßte mich derselbe Obmann in Köln bei den Pommern mit den Worten: Ihr habt wieder einen Champion! Eine blaufahlgehämmertgeherzte Ausnahmetäubin. Aber die Grand Jury versagte den Triumph. So ein junger Farbenschlag (1997 wieder in den Standard aufgenommen – aber immer vorhanden) kann doch nicht herausgestellt werden.

    Weitere drei Alttäubinnen konnten in den folgenden Jahren für den Champion-Titel nominiert werden, alle Drei einfarbig weiß. Keine konnte den Olymp ersteigen. 2019 in Leipzig gab es in den 20 Jahren seit 2000 die 5. Chance für die Rasse, Kröpfer-Champion zu werden. Die Hoffnung stirbt zuletzt.

    Und Tiere mit dominant roter Grundfarbe sind völlig chancenlos. Jeder weiß, dass die Grundfarbe geschlechtsgebunden vererbt wird und dass deshalb vor allen Dingen die Täubinnen immer einen leicht ‚Grauton‘ aufweisen. Aber in jeder Grand Jury ist immer ein Prinzipienreiter, der in der nicht ganz reinen Farbe das berühmte Haar in der Suppe findet. Dazu muss man sich nur die Farbenschläge in der Champions-Auswahl ansehen. Eine Fach-Jury aus Fachleuten wäre vielleicht besser als eine Grand Jury aus Funktionären.

    als Antwort auf: Bundes- und VDT-Zuchtausschuss stutzen #21621
    r8dSchild
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    Jedem erfahrenen Pommernkröpferzüchter ist klar, dass reinerbige Verdünntfarbene kaum zu züchten sind, da der drohende Substanzverlust immer wieder intensivfarbene Partner notwendig macht. Aus diesem Grund nutzen wir die Farbverwandtschaften und kombinieren die größen- und figurmäßig passenden Typen. Im geherzten Farbbild ist die Ausgleichspaarung wichtig, da sich sowohl zu viel als auch zu wenig weiße Farbe hartnäckig vererbt und sich Zeichnungsfehler im Scheckungsbild nicht verfestigen dürfen. Die Farbe selbst ist egal, entweder kommt die Intensivfarbe blau oder die Verdünntfarbe blaufahl in Kombination mit Binden oder Hämmerung, letztere aufgelockert oder auch dichter. Jeder Pommer ist äußerlich so individuell wie auch im Charakter.

    Auf unserer Hauptsonderschau habe ich jährlich prächtige Typen gesehen – in allen Varianten. Weil aus Gehämmerten Blaue und aus Blauen Blaufahle fallen, konnten alle Varianten präsentiert werden. Aber Taubenzüchter sind Praktiker und keine Buchhalter. So mussten wir uns von den BZA-Bürokraten belehren lassen, dass der regelmäßig gezeigte Farbenschlag blaufahlgehämmertgeherzt (früher gelercht genannt) gar nicht im Standard steht.

    Das war wohl auf die BZA-Entscheidung von 1977 zurückzuführen, als silberfahl in blaufahl umbenannt wurde. Weil Nebenfarben meist nur nebenbei gehalten werden, sind sie in den Musterbeschreibungen zum Teil verloren gegangen. Die frühere MB-Formulierung „alle Farben auch gehämmert“ fiel als Generalklausel der konkreten Farbenschlag-Aufzählung zum Opfer – was immer da war, war plötzlich raus.

    Weil das früher „gelercht“ genannte Farbbild kein „Farbenschlag zweiter Klasse“ ist, nahm ein Zfr. das zeit- und kostenintensive dreijährige Anerkennungsverfahren auf sich, 1997 wurde „blaufahlgehämmertgeherzt“ in den Standard (wieder) aufgenommen. Die Zucht dieser Farbe wurde danach vom „Erzüchter“ aufgegeben – Substanzverlust. Man sieht den Farbenschlag gelegentlich – eben eine Nebenfarbe. Nebensächlichkeiten – die Hauptaufgabe des BZA.

    als Antwort auf: Bundes- und VDT-Zuchtausschuss stutzen #21462
    r8dSchild
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    1989 hatten wir auf der Hauptsonderschau in Vellmar bei Kassel einmal 45 blaufahlgeherzte Pommersche Kröpfer, in der über 100-jährigen Vereinsgeschichte gab es keine 10 mal eine zweistellige Meldezahl in diesem Farbenschlag. Sie „schwimmen“ mit den Blauen auf der Erfolgswelle mit, allein gehen sie unter. Keine neue Erkenntnis, aber „zu hoch“ für den BZA. Schon vor mehr als dreißig Jahren wurde darüber nachgedacht, die Anerkennung der so genannten „Verdünntfarben“ einfacher zu regeln. Die Regelhüter halten sich für die Größten – bekommen aber selbst die kleinen Dinge nicht in den Griff.

    als Antwort auf: Bundes- und VDT-Zuchtausschuss stutzen #21403
    r8dSchild
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    1984/85 wurden bei den Pommerschen Kröpfern die einfarbig Blauen und Blaugehämmerten anerkannt. Das war keine große züchterische Leistung – aber die Standardergänzung war sinnvoll, da die ersten Pommerschen Kröpfer im 19. Jahrhundert einfarbig waren und farbige Latschen mehr Stabilität und Elastizität aufweisen als weiße Fußfedern. Schon damals lautete der Antrag auf Anerkennung einfarbig blau und Nebenfarben, und wir hatten prächtige Tiere in blau, blaufahl, blau- und blaufahlgehämmert von lockerer bis dichter Hämmerung. Der BZA beharrte darauf, jede Variante einzeln anerkennen zu müssen. Ich gab die Tiere ab, weil es Nonsens ist, etwa 8 Varianten einer verwandten Farbreihe anerkennen zu lassen. Aber der BZA kennt keine Verwandten, er hat bei Anerkennungsverfahren die Dollarzeichen in den Augen, nicht die Vielfalt der Taubenzucht. So sortieren wir Tiere aus, die zufällig die vermeintlich falsche Farbe haben, stattdessen halten wir Tiere, die weniger vital eigentlich aussortiert gehören, aber ja die „richtige“ Farbe aufweisen.

    Wie lange lassen wir uns noch gängeln von einem BZA, der die genetische Variabilität bewusst bekämpft? Bei „blau und Nebenfarben“ gibt es keine Fehlfarben, sondern nur eine größere Auswahlmöglichkeit nach Vitalität und Rassequalität.

    als Antwort auf: Bundes- und VDT-Zuchtausschuss stutzen #21163
    r8dSchild
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    1969 – also vor 50 Jahren – fing ich als Zehnjähriger mit Brieftauben an. Das Aussehen der Tiere war egal, sie waren immer schön, meist waren sie blau oder gehämmert. Farbvererbung war nachrangig, aber der „Regenstein“ war eins der ersten Bücher, das ich wissensdurstig verschlang und noch heute lese.

    1973 wurde ich Rassetaubenzüchter – für die nächsten 40 Jahre war der Pommersche Kröpfer mein Favorit. Auch hier waren Blaue und Gehämmerte immer beliebt, neben den Weißen waren Blau- und Gehämmertgeherzt immer tonangebend bei den Pommern. Nicht nur die geherzte Scheckzeichnung muss stimmen. Die schwarze Flügelschildzeichnung musste rostfrei sein, auch eine Farbschwäche wie Schilf war immer verpönt. Und der Kontrast zwischen dem blauen und schwarzen Farbbild musste klar und durfte nicht verschwommen sein, lockere oder dichtere Hämmerung interessierte uns nicht.

    Diese Grundregeln hatte ich schon als Jugendlicher verinnerlicht. Die Fachleute des BZA haben in jeder neuen Funktionärsgeneration damit ihre liebe Not und verzetteln sich in Kleinig- und Kleinlichkeiten. Damit stehen sie der züchterischen Entwicklung im Weg statt uns den Weg zu weisen.

    Einen ersten Warnschuss bekam der SV, als der BZA bei einer Standardrevision den Farbenschlag dunkelgehämmertgeherzt gestrichen hatte und der Rasse nur noch blaugehämmertgeherzt zugestehen wollte. Wir sind damals mit einem Kofferraum voll dunkelgehämmertgeherzter Pommern zum BZA-Vorsitzenden gefahren – in den Standard wurde neben blaugehämmert- auch dunkelgehämmertgeherzt wieder aufgenommen. Eine völlig überflüssige Energieverschwendung! Fortsetzung folgt.

    r8dSchild
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    Jetzt wird es interessant. In unserem Ortsverein hatten wir 2016 Vorstandsänderungen. Der alte Schriftführer pflegte eine Excel-Datei, der LV pflegt eine Access-Datenbank. Der BDRG hat das BDV-Datenbankprogramm, das vom VDT vollständig akzeptiert ist, nur nicht vom BDRG selbst. Und der neue Schriftführer hat sich eine neue Mitgliederverwaltung gekauft. Wir haben bis heute Probleme mit den korrekten Mitgliedsdaten und mit dem Bankeinzug. Gäbe es ein einheitliches BDRG-Programm, hätten wir einmal weniger Verwaltungsaufwand (sehr wichtig), Sicherheit im Datenschutz (sehr wichtig) und einen Zugriff, wenn ein Vorstandsmitglied ausfällt und sich der Vorsitzende an seinen Dachverband wendet (sehr wichtig). Anfragen meinerseits blieben bisher unbeantwortet. Man hört hier und da, dass es etwas Neues geben wird, aber nichts Genaues weiß man nicht. DIE Aufgabe für den Dachverband – die Unterstützung der Basis in Grundsatzfragen.

    r8dSchild
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    Die Antwort ist eigentlich einfach. Das Protokollbuch ist Eigentums des Vereins und damit besteht ein Herausgabeanspruch. Aber das Problem ist natürlich viel vielschichtiger. Im Normalfall pflegt ein Verein nicht nur die Kameradschaft unter den Vereinsmitgliedern, sondern auch mit den Familienmitgliedern. Durch das Sommerfest oder das Ausstellungsessen wird auch der Kontakt zu den Partner*innen gepflegt. Hier geht es um ein alleinstehendes Mitglied. Auch da ist das Stichwort Kontaktpflege der richtige Weg. Bei der Beerdigung kann der Kontakt geknüpft werden. Der liebe Verstorbene war noch im Besitz von Vereinsunterlagen. Wann kann ich die abholen? Können wir sonst noch helfen? Etwa bei der Auflösung der Zucht, beim Rückbau des Gartenschlages. Sind da noch Sammlungen, etwa Taubenzeitungen oder auch -bücher? Sie haben keinen materiellen Wert für die Angehörigen, aber durchaus einen Wert für den Verein. Und wenn sie versteigert werden, könnte der Erlös dem Dt. Taubenmuseum oder dem Wissenschaftlichen Geflügelhof zur Verfügung gestellt werden. Junge Züchter*innen sind durchaus daran interessiert, einen kleinen Literaturfundus aufzubauen und stiften dann für ihr Starterpaket gern einen €-Schein. Dieser gemeinnützige Zweck wird auch schwerer zugängliche Menschen überzeugen, dass der verstorbene Verwandte ein schönes Hobby hatte, seine Freunde sich auch nach seinem Tod noch kümmern, so dass rechtliche Schritte kaum notwendig werden.

    als Antwort auf: Jugendarbeit, das Herzstück unserer Vereine #17768
    r8dSchild
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    Die „Deutsche Meisterschaft der Jugend im BDRG“ ist der bedauerliche Beweis, dass das höchste Ziel in den Augen unserer Organisation der Sieg ist. Auch den Fachverbänden fällt nichts Einfallsloseres und Sinnfreieres ein als die Suche nach Champions schon in der Jugendgruppe. Wie bei den Meisterschaften der Senioren kein gutes Konzept zur Vermittlung von Tierliebe und Gemeinschaftsgeist! Auch das „Denkmodell zur Zusammenarbeit von Vereinen in der Jugendarbeit“ ist nicht nur im orangen Satzungsordner verewigt, sondern wird auch in der BDRG-Info seit gefühlten 30 Jahren jährlich neu veröffentlicht. Gut, dass aktive und kreative Vereine nicht auf die Ideen des BDRG angewiesen sind, denn so besteht wenigstens in der Keimzelle des BDRG – in den Ortsvereinen – die Chance, Jugendliche für das edle Tier und nicht für Edelmetall zu begeistern.
    Jedes Mitglied unserer Jugendgruppen braucht individuelle Unterstützung, abhängig von der Altersstufe, geistigem Leistungsvermögen, persönlichen Neigungen und sozialer Herkunft. Ich wünsche allen Jungzüchtern zwischen 4 und 18, dass Dein Jugendobmann oder Deine Jugendwartin sich nicht von den Vorschlägen des BDRG und seiner nachgeordneten Verbände leiten lässt, sondern nur von Deinen persönlichen Vorstellungen und Wünschen. Niederwinkling ist überall.

    als Antwort auf: Jugendarbeit, das Herzstück unserer Vereine #17161
    r8dSchild
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    Weil sich bisher noch kein Aktiver aus einem VDT-Mitgliedsverein zu den Beiträgen geäußert hat, habe ich bei einem „alten Freund“ eine Stellungnahme eingeholt: „Die Jugend von heute liebt den Luxus, hat schlechte Manieren und verachtet die Autorität. Sie widersprechen ihren Eltern, legen die Beine übereinander und tyrannisieren ihre Lehrer.“
    Sokrates, griechischer Philosoph, 470 – 399 v. Chr.
    Da sich die Jugend seit 2 ½ Tausend Jahren nicht verändert hat, müssen wir uns auf diese Eigenschaften der Jugendlichen einlassen. Es ist an der Zeit. Gehen wir auf die Jugend zu und auf ihre Wünsche und Vorstellungen ein. Schließlich möchten wir, dass unser Erbe angenommen wird und nicht als Müll entsorgt wird.

    als Antwort auf: Jugendarbeit, das Herzstück unserer Vereine #17030
    r8dSchild
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    Im Vorschulalter ab vier Jahren kommen Kinder zu uns in die Jugendgruppe, die sich über eine spielerische Beschäftigung freuen. Das gilt auch noch für Kinder nach Eintritt in die Grundschule mit etwa sechs Jahren, aber mit zunehmenden Fähigkeiten nehmen auch die Anforderungen zu. Sie können eine gewisse Zeit still sitzen, sich auf eine Aufgabe konzentrieren und haben schon ein gewisses soziales Verhalten erlernt.
    Mit zehn Jahren wird nicht nur die Schule gewechselt, auch die Pubertät bringt nach und nach starke Veränderungen. Es ist die Zeit des Erwachsenwerdens. In dieser Phase befinden sich die Kids sowohl körperlich als auch seelisch im Umbruch, sind unsicher, labil, schwierig, polterig. Die Harmonie wird durch Hormone gestört.
    Daraus wird schon deutlich, dass es „die“ Jugendgruppe nicht geben kann. Und es gibt auch keine/n Jugendleiter/in, der alle Altersgruppen umsorgen kann. Aber wer hilft bei der schwierigsten aller Aufgaben? Nirgendwo ist Teamarbeit so wichtig wie bei der Jugendförderung. Unsere Gedanken kreisen stattdessen um Bundesjugendringe, Jugend-Ehrenpreise und Jugend-Champions.
    Bei der Aufnahme von Kindern geht es um Betreuung, Aufsicht und Anregung, später geht es um Begleitung und Förderung, und der Teenager sucht seine Bestätigung bei Gleichaltrigen und Gleichgesinnten. Hier könnte ein Jugendlicher als Jugendsprecher schon sinnvoll sein, der JO ist dann nur noch der Gleichgesinnte. Je selbstständiger die Jugendlichen werden, umso stärker müssen wir ihnen Freiheiten einräumen und Bewegungsräume bieten, sie in der Entwicklung stärken, uns in die beobachtende Rolle zurückziehen.
    Ein SV kann deshalb nur im Einzelfall überlegen, wie ein seltener Jungzüchter gut aufgenommen werden kann. Jugendförderung als allgemeine Aufgabe können nur örtliche Vereine übernehmen, diese sollten viel stärker über gelungene Projekte berichten. Wessen Homepage wird z. B. von Jungzüchtern betreut? Welche Senioren haben ihre ersten Schritte im Internet mit Unterstützung Jugendlicher gemacht? Als Gegenleistung kann der Jugendliche vielleicht lernen, wie man mit Akkuschrauber und Stichsäge umgeht. Gerade die motorischen Fertigkeiten lassen bei Jugendlichen sehr zu wünschen, sind aber wichtig für die Entwicklung auch geistiger Fähigkeiten. Das ist eine Chance, mit der wir auch in der Öffentlichkeit an Ansehen gewinnen könnten. Wenn dann die selbstgebastelten Nistkästen oder Futterhäuschen unter Aufsicht der Naturschützer angebracht werden, wird sich auch der an Umweltschutz interessierte Mitbürger über die Taubenzüchter freuen.

    als Antwort auf: Jugendarbeit, das Herzstück unserer Vereine #16895
    r8dSchild
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    Schon 2005 hatte ich dem VDT für das VDT-Meeting 2006 vier Themenvorschläge unterbreitet, u. a. die Jugendförderung. Es wurde natürlich ignoriert.
    Als ein Jugend-Champion eine Goldmünze gewann, habe ich mich gefragt, ob wir die Jugend schon auf materielle Werte einschwören müssen. Ich sehe es nach wie vor als falsch an.
    Könnte man nicht stattdessen die ganze Familie des Jungzüchters in Betz-Taubenfutter aufwiegen? Auch das wäre zwar ein materieller Wert, aber
    – im unmittelbaren Zusammenhang zu unserem Hobby
    – es wäre öffentlichkeitswirksam zu nutzen, weil über die Wiegeaktion in der örtlichen Presse berichtet werden könnte. Jeder umweltbewusste Leser würde anerkennend registrieren, dass wir sämtliche Körnersorten aus Europa beziehen und bei Bio-Qualität auf Gentechnik verzichten! So werden auch der Jugend wichtige Werte vermittelt. (Und auch die Erwachsenen würden erfahren, warum der VDT Betz empfiehlt.)
    Die beste Taube hätte keinen hohen Preis errungen, sondern für den Unterhalt des Hobbys etwas dazu verdient. Verdienste sind wertvoller als Preise. Unsere Organisation hat noch viel zu tun, um sich um die Jugendförderung Verdienste zu erwerben.

    als Antwort auf: Jugendarbeit, das Herzstück unserer Vereine #16804
    r8dSchild
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    Der Jugendring ist etwas für Opas und Väter, die die Jungzüchterkarriere ihres (Enkel-)Kindes planen und managen. Ab 4 Jahren dürfen Kinder in die Jugendgruppe angemeldet werden. Die Taube dürfen sie noch nicht halten, die Urkunde können sie noch nicht lesen, aber Opa wird ihnen schon sagen, dass sie Meister sind. Steht der Meister nicht am Ende statt am Anfang einer Entwicklung?
    Wie war mein Start als Jungzüchter? Zu der Zeit gab es zum Glück keine Jugendringe. Ein Jahr nach meinem Vereinsbeitritt war meine erste Schaubeteiligung. 3 Alttiere und 1 Jungtaube. Bei Jugendringzwang hätte ich zwei bis drei Jahre gebraucht, um erstmals ausstellen zu können – auf die Gefahr hin, dass den Tieren schlechte Qualität bestätigt wird. Und bei erfolgreicher Schau stünde ich vor dem Dilemma, dass ich überzählige Tiere mit Jugendring kaum weitergeben könnte, denn ein Erwachsener kauft kein Tier, das ihm maximal “fK” einbringt. Mit dem pinken Jugendring werden die Jungzüchter abgesondert und die Tiere stigmatisiert. Die Farbe “pink” steht für Pinke Pinke, Verlierer sind die Jugend und ihre Lieblinge, die das teuer bezahlen müssen. Der Jugendring ist aktive Jugend-Diskriminie-Ring. Rothschild

    als Antwort auf: Jugendarbeit, das Herzstück unserer Vereine #16716
    r8dSchild
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    Mit 15 Jahren kam ich durch meinen Eintritt in einen SV zur Rassegeflügelzucht. Im Jahr darauf stellte ich erstmals auf einer Hauptsonderschau (HSS) aus. Dass ich mich unter den Senioren behaupten konnte, ist natürlich auch der Unterstützung älterer Züchter zu verdanken. Nach unseren Statuten hätte ich
    1. dem SV nicht beitreten dürfen
    2. auf der HSS nicht ausstellen dürfen.
    Durch Nichtbeachten des zweifachen Regelverstoßes habe ich die nächsten zwanzig Jahre keine HSS verpasst. Danke für die positive Ignoranz. Mehr über “alte Zöpfe”, von denen wir uns trennen müssen, sollte hier zur Sprache kommen.
    Rotschild

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