Stellenwert der Preise auf Ausstellungen in der Züchterschaft

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7 Antworten

  1. Loick, Manfred sagt:

    Als ich in den 1970er Jahren meinen ersten Zinnbecher gewann, schaute meine Mutter mich schon an, ob solche Preise denn zeitgemäß seien. Vor drei Jahren berichtete ich stolz, dass ich noch nie einen Pokal gewonnen hätte. Bei der darauffolgenden Schau war ein Pokal auf das beste Tier meiner Rasse gestiftet worden…
    Eine Diskussion über diese Staubfänger ist richtig, aber der VDT sollte dafür eine eigene Rubrik auf der Homepage einrichten: Fragen an die Basis

  2. Hans Werner Laible sagt:

    Nein keine Vergangenheitsbewältigung, diese Diskussion war schon da ! Und der damalige Ideengeber K.H. Sollfrank wurde wie meine Wenigkeit niedergebrüllt, nun erneut eine Diskussion über dieses leidige Thema !
    Der Blick über den Tellerrand anderer Länder, andere Sitten zeigt uns auf, wie man eine Ausstellung kostengünstiger gestalten kann. Jeder Ausstellungsleiter vermag die Kosten für “Metall/ Blech wie Stoff heute Kunststoff” die für ich reihe mich ein in die Nennung von “Staubfängern” darlegen. Und wenn wie genannt errungene Preise nicht abgeholt oder als Unrat bezeichnet werden, darf man den Vorschlag weiterverfolgen und sich darauf besinnen was für den Aussteller erstrebenswerter ist.
    Wäre ein Gutschein für Futter z.B. des Sponsors des VDT nicht zu überlegen den Anreiz dennoch aufrecht zu erhalten? Nun ja einen Sack Futter kann man nicht jahrelang als Darstellungserfolg vorzeigen, aber Futter nutzt denen, mit denen man den Erfolg errungen hat!

  3. Christoph Uebersax sagt:

    Ich erlaube mir, als “Nicht-Deutscher” hier trotzdem einen Kommentar zu hinterlassen. Da ich jede Ausstellungssaison ca. 1 bis 2 mal in Deutschland ausstelle (HSS oder auch VDT-Schau) und aus der Schweiz anreise.
    Wir führen bei uns in der Schweiz in Zeiten der Kosteneinsparungen ähnliche Diskussionen, jedoch haben wir etwas weniger Preise pro Richtauftrag zu vergeben. Bei uns auf der Nationalen (unsere Schweizer Verbandsschau) mit “bescheidenen” ca. 2800 bis 3000 Tieren oder auf einer Kantonalen, (Landesschau in Deutschland) werden in der Regel drei Bänder und ca. 8-9 Ehrenpreise vergeben pro Richtauftrag.
    Diese Preise werden aus Spenden der Züchterschaft wie auch des Verbandes finanziert. Die vorhin erwähnten Ehrenpreise sind bei uns Naturalpreise in Form von z.B. Tellern, Fleischpreisen, Honig ect.
    Ich persönlich, aber das ist meine ganz eigene Meinung, begrüsse die E und Z bei euch in Deutschland, sprich die Auszahlung von Barpreisen wie auch die Bänder. Diskussionen bei uns in der Schweiz, anstelle der Ehrenpreise auch Geld aus zu bezahlen, stießen bis jetzt immer auf taube Ohren. Aus meiner Sicht sollten für die Hohen Preise Bänder vergeben werden und darunter E und Z. Ob das andere wirklich noch zeitgemäß ist, mit Preisen in Form von Medaillen, Zinnbechern ect. bedarf sicherlich einer Diskussion!
    Ob in Deutschland oder der Schweiz!

  4. Andreas Gehrmann sagt:

    Neu ist dieses Thema nun wirklich nicht. Bereits in der Vergangenheit hat man versucht durch Reformen das Preis- und Bewertungssystem in Deutschland zu verändern ( verbessern ). Erreicht hat man gar nichts!
    Teilweise müssen lt. AAB auf Ausstellungen 50-60 % Preise vergeben werden. Ist das notwendig? Anträge wurden immer mit der Begründung abgeschmettert, dass man ohne diese Preisausschüttung Züchter verlieren wird. Ist das so?
    Wer sich in ausländischen Verbänden bewegt, sieht, dass es auch anders gehen kann. Sicherlich ist auch da nicht alles Gold was glänzt, aber der Zuwachs an jüngeren Züchtergenerationen, die sich an solchen Veranstaltungen gerne beteiligen, wächst. Ein Prädikat, welches den Erfolg eines Züchters über Zuchtpreise pro Rasse und Farbe wiedergibt, hat einen wesentlich höheren Stellenwert. Sicherlich müssen auch Champions herausgestellt und gekürt werden, da diese dass maximal machbare zum Standard aufzeigen.

    Ein tolles System, welches in unserem Sonderverein (King – Club Deutschland) seit Jahren praktiziert wird, ist eine Farbenschlagsrangliste, die prämiert und überall veröffentlicht wird. Nach Abschluss der Bewertungsaufträge ist die Nachfrage nach dem Randlistenplatz der Züchter wesentlich größer, als das Interesse an einzelnen Preistieren. Über die Ranglistenplatzierungen, die die Züchter über Jahre verfolgen, bilden sich viele Züchterurteile über die jeweiligen Zuchten. Für die besonders herausgestellten Tiere mit Champion oder Band interessiert sich jeder, und wie gesagt, bei uns für die Rangliste, aber für den 28 bis ….. Preis kein Mensch.

    Es ist längst an der Zeit, die veralteten Systeme zu überarbeiten und zu verändern. Nur so können wir uns in den nächsten Jahren erfolgreich und interessant gestalten und präsentieren.

  5. Ch. Klapper sagt:

    Ich persönlich finde, dass man zwischen “Zeitgemäß” und “Notwendig” schon unterscheiden sollte.
    Ob gewisse Preise “Staubfänger” sind oder nicht, liegt aus meiner Sicht auch in der Betrachtung eines jeden selbst. Nicht alle sind so Erfolgsverwöhnt, dass sie z.B. Zinnbecher o.ä. als “Staubfänger” bezeichnen. Es gibt mit Sicherheit Leute, die sich an so einem Preis erfreuen und auch stolz sind (mit Recht) einen solchen Preis errungen zu haben.
    Wenn dann Zuchtfreunde ihre hochwertigen Preise nicht abholen, ist es in erster Linie ihre Sache. Sicherlich ist es ärgerlich und diskussionswürdig, alleine der Kosten wegen darüber nachzudenken wie man dieses Problem löst. Ich bezweifele jedoch stark, dass Einsparungen dahingehend, größere Auswirkungen auf die Miete z.B. der Leipziger Messehallen hat. Meiner Meinung nach sollte man drüber nachdenken, ob es Sinn hat und notwendig ist gezwungenermaßen nach AAB auf 10 Tiere 1xE und 2xZ vergeben zu müssen, da ja schließlich alle Standgeld bezahlt haben. Man ist als Preisrichter gezwungen (wenn es dumm läuft) bzw. die Qualität es nicht anders zulässt, an g-Tiere einen Preis dran zu machen, weil man es muss. Dieses kann aus meiner Sicht nicht Sinn der Sache sein und verwischt die Qualität. Ärger herrscht dann bei dem Züchter, der die Qualität im Käfig hat, 95Punkte Tiere aber ohne Preis bleiben müssen. Dieses wäre aus meiner Sicht Diskussionswürdig und da könnte man Einsparen, was dann vor allem auch kleinen Vereinen mit Ihren Vereins-, Ortsschauen usw. zugute kommen würde.

    • Lieber Zuchtfreund Klapper,
      es ist in der Tat insbesondere Außenstehenden schwer erklärbar, dass die Qualitätsnote (Punkte) durchaus von den zur Verfügung stehenden Preisen anhängig ist! Insbesondere auf Schauen mit wenig gestifteten Preisen und einer hohen Qualität der Tiere kann es schon vorkommen, dass 96 Punkte nicht mehr vergeben werden können, weil der zwingend notwendige Ehrenpreis nicht mehr verfügbar ist! Darüber sollte ernsthaft nachgedacht werden!

  6. Bernd Spazier sagt:

    Natürlich sind die engagierten Züchter und Aussteller übersättigt mit Sachpreisen. Dennoch finde ich es respektlos wenn Preise auf einer VDT Schau nicht abgeholt werden, denn das hat ja vermutlich auch den Veranstalter Geld gekostet. Geld das alle Aussteller mitfinanziert haben (?). Auch wenn England sich im Brexit befindet, finde ich das dortige Bewertungssystem zielführend und für den Veranstalter Kosten sparend. Heraus gestellt werden nur die Siegertiere (daraus dann die Champion). So könnten bei uns die Bänder zunächst vergeben werden. Jeweils auch eine “Beste des Farbschlages” mit einem Kärtchen oder Wimpel am Käfig. So würden auch seltene Farbschläge automatisch gefördert, die sonst kaum Anerkennung finden. Je Bewertungsgruppe werden die Qualifikationen 1 bis 3 und Reserve (4) vergeben. Ausgezahlt wird in GB nichts. Abweichend sollten wir auf eine schriftliche Beurteilung des SR/PR dennoch nicht verzichten weil Züchter doch teils wichtige Hinweise erhalten (in GB nicht). Verzichten können wir, meiner Meinung nach, auf die Auszahlung von Geldpreisen, wenn dies bei der Kalkulation der/des Veranstalters des “Unkostenbeitrag je gemeldeter Taube” anteilig berücksichtigt wird. Bei den meisten Ausstellern (95% ?) relativiert das Preisgeld das “Meldegeld” ohnehin nicht. Oft nicht mal wirklich anteilig nennenswert? Auch sollten wir realistisch berücksichtigen, dass auch die Hallen und externe Hilfskräfte bezahlt werden müssen. Dem VDT zolle ich meinen Respekt eine GmbH gegründet zu haben um künftig (aktuell in Kassel) VDT Schauen – Kosten orientiert – wirtschaftlich durchzuführen. Bernd Spazier

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