Zum 20. Todestag des VDT-Ehrenvorsitzenden Erich Müller
Als uns am 1. Oktober 2006 die Nachricht vom Ableben unseres VDT-Ehrenvorsitzenden, Zuchtfreund Erich Müller, erreichte, waren wir zu tiefst erschüttert. Ohne sich ankündigende Anzeichen hatte plötzlich ein Großer unserer Organisation diese Welt verlassen. In Windeseile verbreitet, kamen schon wenige Stunden danach Trauerbekundungen sogar aus Übersee an. Er ist nur 73 Jahre alt geworden – hinterließ aber an ihn erinnernd eine ganze Reihe von Leistungsnachweisen, die ihn unvergessen machen.
Bereits als Jungendlicher hatte sich „King“-Müller – so sein Übername – die Zucht von Rassetauben zur Lebensaufgabe gestellt. Wirtschaftlich autark, verwirklichte er in der Verbundszene alle seine Impulse. Die Öffentlichkeitsarbeit war ihm ein passioniertes Anliegen. Es ist sein Ziel gewesen, die Rassegeflügel-, vor allem die Rassetaubenzucht nach außen wirkend salonfähig erscheinen zu lassen.
Mit der Wahl zum 3. Vorsitzenden unseres 1948 wiedergegründeten Taubenverbandes, begann mit ihm endlich die Ära des Gestaltens. Erfuhr die Bedeutung der Rassetaube als Ausstellungstier eine ästhetische Ausrichtung.
Bei der Amtsübernahme war ein Kollektiv gebildet, das in seinem ideellen Weitblick die Rassetaube als hohes Kulturgut sah. Ihre Anhängerschaft schwärmte mitunter von Faszination Taube. Fand als wunderbares Kunstobjekt zumZwecke der besonderen Würdigung in den Verbandssatzungen ihren Widerhall – die Vergabe eines Literaturpreises beispielsweise.
Zur Regulierung züchterischer Belange initiierte Erich Müller 1988 das 1. VDT-Meeting mit dem einschlagenden Erfolg, es traditionell als Bildungsveranstaltung im Dreijahresrhythmus fortzusetzen. Mit der Veröffentlichung seiner zahlreichen Fachbücher fügte er sich in die Phalanx der bibliophilen Literaten ein. Wenn wir seiner gedenken, erinnern wir auch an seine Gefährten – ihnen haben wir viel zu verdanken,
VDT-Ehrenmitglied
Günter Stach


