Antwort auf: Die Fahrtrichtung des Zuges “VDT 2021ff.” bestimmen…

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Im Bewusstsein, einen starken Club hinter sich zu wissen, lässt sich natürlich leichter argumentieren. Man pflegt internationale Beziehungen, arbeitet in regional überschaubaren Gruppen und lebt damit zum Teil in einer eigenen Welt, die vordergründig auch ohne VDT funktioniert. Sie gehen ihren geraden Weg und können ihre eigenen Vorstellungen durchdrücken. Aber wenn selbst die Rasse einen allzu geraden Stand bekommt und das Fersengelenk durchdrückt, so wird schon deutlich, warum jeder Verein in eine große Gemeinschaft eingebunden sein muss. Ich selbst gehöre zwei Sondervereinen an, die nur bundesweit agieren, keine Untergruppen haben und sich im Verhältnis zur internationalen Zusammenarbeit schwertun. Hier wird deutlich, dass übergeordnete Zielsetzungen (globale Gesundheitsbedrohungen, rechtliche Rahmenbedingungen, Anforderungen des Tierschutzes, art- und rassegerechte Haltung und Versorgung, zielgerichtete Vereins- und Rasseentwicklung) nur im Verband zu erreichen sind. Damit werden auf einen Blick zahlreiche Defizite im VDT deutlich.

Auch ein demokratisches Grundprinzip wird bisher völlig verkannt – die Gewaltenteilung. Wenn wir die VDT-JHV sehen, so ist die Mitgliederversammlung als Parlament die Legislative, gibt die Vorgaben, setzt den Rahmen. Der VDT-Vorstand als Exekutive führt aus. Er muss wissen, was er tut, aber der VDT gibt über sein Parlament die Richtung an und muss Kontrollaufgaben wahrnehmen. Wenn also die großen Clubs ohnehin ihr eigenes Ding machen und die kleinen Vereine brav die JHV besuchen, dann weiß man schon um die Schwäche unseres Systems. Die Fehler aufzugreifen und neue Ideen zu entwickeln – das ist über das VDT-Forum möglich. Denn ohne diese Vorbereitung können die Vereinsmitglieder ihren Vorständen nicht mitteilen, welche Erwartungen diese als Delegierte ihres Clubs in der VDT-JHV zu vertreten haben. Brav abstimmen in der JHV reicht nicht, man muss sich vorher abstimmen!

Zfr. Gehrmann stellt klar: „Ohne Klärung und Aufarbeitung der derzeitigen Umstände wird sich kaum jemand finden lassen. Und das muss die derzeitige Priorität sein!“ Dem stimme ich ausdrücklich zu. Aber die Corona-Pause gibt uns Zeit, die Vorstellungen von einem besseren VDT zu entwickeln. Mögliche Kandidaten werden dankbar sein, wenn sie sich bei ihrem Konzept daran orientieren können.

Die Abrechnung der „einmaligen“ Schau in Kassel wird vorgelegt, wenn die GmbH ihre gesetzlichen Aufgaben endlich erfüllt hat. Und über die nächsten VDT-Nachrichten und über Newsletter werden wir vielleicht auch offiziell Konkretes erfahren. Aber der Informationsfluss der Vergangenheit und die Arbeit des VDT seit 2016 erfordert neue Weichenstellungen, die m. E. nur im VDT-Forum thematisiert werden können, um einen richtigen Personenzug mit Zugpersonal und Mitreisenden zu starten, der nicht als Schlafwagen unterwegs ist.
Manfred RoodSchild Loick