Antwort auf: Wer verwendet wann mit welchen Erfolg beheizte Nistschalen

#9313
Anonym
Inaktiv

Hallo..!
Nein, ich halte meine Tauben nicht freifliegend, bin mir jedoch immerhin im Klaren darüber, dass das in gewisser Hinsicht nicht vorteilhaft ist. Im Übrigen wollte ich mit meinem vorangegangenen Eintrag auch nicht meine Haltung als “erstrebenswertes Vorbild” herrausstellen (Es gibt schon genug andere Züchter, die ihre Haltung so sehen!). Jeder, der mich besucht oder meine Stallungen kennt, der weiß, dass ich meine Tiere genauso oder sogar “schlechter” halte, als jeder “Durchschnittstaubenzüchter”, und als solchen bezeichne ich mich im Übrigen auch. Ich benutze auch Medikamente, wenn meine Tauben krank sind, weil ich nicht ertragen kann, wie alles, was ich bisher in der Taubenzucht erreicht habe, vor meinen Augen verendet oder sich quält. Das habe ich auch in meinem Eintrag geschrieben.

Im Übrigen stimme ich ihnen in einem Punkt ohne weiteres und vorbehaltlos zu. Ich kann es wirklich nicht besser sagen, deshalb sei es mir gestattet, zu zitieren:

Wie Opa die Taubenzucht betrieben hat das war einmal !
Das ist nicht nur bei der Taubenzucht so !

Ich bin mir jedoch sicher, dass ich nicht der erste bin, der sich fragt, “warum?” -und darum habe ich meinen Text geschrieben. Vielleicht, wollte ich andeuten, dass Taubenzucht nur deshalb nicht mehr so betrieben werden kann, “wie Opa sie betrieben hat”, weil wir Taubenzüchter über Jahre hinweg vielleicht einen Fehler machen, der nur verständlich ist. Wir wollen “schöne” Tauben und achten dabei nicht auf wertvolle Genkonstellationen, die es Tauben zu “Opas Zeiten” noch ermöglichten, mehr Junge (alleine) großzuziehen, seltener krank zu werden oder allgemein mit schwereren Lebensbedingungen fertig zu werden. Ich habe lediglich die Theorie aufgestellt, dass das genau daran liegt, dass wir immer mehr “auf die Tauben zugegangen” sind, ihnen das Leben erleichtert haben oder durch “Prothesen”(Medikamente, technische Hilfsmittel, beheizte Nistschalen) erst ermöglichten. Genau das ist der Punkt, den ich zu Bedenken geben wollte, jetzt, wo hier darüber gesprochen wird, einen weiteren Schritt zu machen.
Im Übrigen ist der Vergleich “zu Opas Zeiten” sehr interessant. “Zu Opas Zeiten” beschreibt den Zeitraum von zwei Züchtergenerationen, also vielleicht 50 bis 70 Jahren. Das ist ein kurzer Zeitraum für genetische Veränderungen in der Natur, wir haben es also mit einer rapide verlaufenden Entwicklung zu tun, die schon nach ca. 50 Jahren spürbar ist. Das sollte uns um so mehr alamieren, finde ich. Welche Anforderungen wird die Taubenzucht dann erst in weiteren 50 oder sogar 100 Jahren an die Interessierten stellen? Wird man sich das dann noch leisten können? Zeitlich? Finanziell? Ich bin und bleibe der Meinung: Wir schaufeln unser eigenes Grab, das Grab dieses Hobbys, wenn wir nicht nachdenken und im kleinsten zu handeln beginnen, in jedem einzelnen Schlag.

Dass diese Entwicklungen nicht nur bei der Taubenzucht vorkommen, bestätigt den Wahrheitsgehalt dieser “Spinnereien”, rechtfertigt für mich aber keinesfalls, sie gutzuheißen und mitzutragen.

MfG
Sebastian