Re:Re: Vererbung

#10565
Anonym
Inaktiv

Hallo zusammen,
eigentlich müssen wir uns noch einmal die Fragen vor Augen führen. Inzwischen weicht die Diskussion von der eigentlichen Sache ab. Die Fragen lauteten:

“Ich habe mir mal sagen lassen das man die besten blauschimmel aus blau ohne binden zieht
Ebenso habe ich oft die Erfahrung gemacht das die tauben blau ohne binden oder blaufahl ohne binden oft Probleme mit dem sehen haben, ich will versuchen blaufahl ohne binden zu Zuchten!
Was passiert wenn ich zum verbessern von blaue oder blauschimmel rotfahle nehme?”

Mich interessiert zunächst vom Fragesteller, was denn heißt, er hat oft die Erfahrung gemacht, Blaufahle hätten Probleme mit dem Sehen. Was heißt “oft” und “wie äußert sich das Problem mit dem Sehen”? Da muß man, ich möchte nicht schulmeistern, die Dinge klar nennen.
Blaufahle Modeneser zu züchten ist nicht kompliziert. Von der Farbe und den Zeichnungen mit und ohne dunkle Binden hatte ich in meinem Züchterleben insgesamt ein Stück über 100 Tauben zu fliegen. Alle haben gesehen, aber auch alle. Wir müssen uns gemeinsam gut überlegen was wir hier angesichts von Tierschutzdiskussion locker reinschreiben.

Blaufahle sind einfach in hoher Qualität zu züchten, vorausgesetzt, man weiß wie und verwechselt das nicht mit Blitzideen.
1. Ein blaufahler Täuber ist die Grundvoraussetzung. Den muß man sich beschaffen!
2. Reicht mir die Qualität dieses Täubers in der Figur nicht aus (wir sind ja bei Modenesern), dann beschaffe ich mir eine erstklassige Schietti, blau ohne Binden.
3. Was ziehe ich daraus? Blaufahle Töchter und blaue Söhne, die spalterbig in Blaufahl sind.
Dieser Schritt ermöglicht es mir, aus der F1 einse Paares einen relativ hohen Anteil blaufahler zu ziehen. Das war ja das erklärte Ziel der Frage, oder.
Wir haben so ein großes Angebot erstklassiger Schietti blau ohne Binden, warum mit anderen Farben “rumpanschen”? Wo sollen denn der Sinn und das Ziel liegen?
Abschließend hielte ich es für fair, das Eingangszitat mit “oft” und “Sehproblem” bald zu relativieren.

Noch ein Wort zu den weiteren Diskussionen hinsichtlich der Gelbfahlkreuzung.
Schon 1972 habe ich erstmals einen gelbfahlen Gazzi mit Binden an eine blau-schwarzbindige Gazzitaube gepaart. Bei Gazzi macht die “Operation” schon Sinn, da ja viele blauanfällige Federfluren vom Scheckungsmuster weiß sind. Bei Schietti muß man vollkommen neu denken und handeln.
Gelbfahl x Blau gepaart bringt immer Rotfahle Söhne und Gelbfahle Töchter. Die 0,1 in der F1 ist durch Blaufärbungen im Schwanz, Keilgefieder und bläuliches Backengefieder sofort zu erkennen. Über 92 Punkte ginge es da nicht, auch bei einer super Figur. Man muß noch einmal zurück an einen gelbfahlen Täuber, dann wird es was.
Ein letztes Wort zu den rotfahlen Täubern der F1. Die gehören in die Suppe, weil sie unberechenbar vererben. Das haben wir alles ausprobiert. Die Rotfahlen in diesem Fall sind nämlich spalterbig in Rotfahl, Gelbfahl, Blau und Blaugfahl.
Ja, ja, Rassetaubenzucht ist schon verrückt! Aber es macht wirklich viel Spaß.