Re:Schriftführer im DCC

#9351
Anonymous
Teilnehmer

Hallo Sebastian,

wir beide kennen uns ja und daher wird das nun Folgende wahrscheinlich nichts Neues für Dich sein aber vielleicht interessiert es ja nicht nur Dich, wie man Warzentauben auch unter sehr einfachen Bedingungen und ohne viel Aufwand halten kann, so dass sie zu einer wahren Bereicherung der Zuchtanlage werden.

Mein Vater und ich haben mittlerweile bis auf Steinheimer und Fränkische Bagdetten in unserer Bonner Zuchtanlage alle heute anerkannten Warzentaubenrassen gehabt und gezüchtet. Was soll ich sagen, alle sind untereinander bis auf einige Kabeleien recht friedfertig, sofern ihnen ihrer Größe entsprechend genug Raum zur Verfügung gestellt wird. Eine Ammenzucht, wie sie bei einigen Züchtern vorgenommen wird, ist aufgrund der in den jeweiligen Standards, der in Deutschland anerkannten Rassen abzulehnen und wird von mir mit Erfolg auch nicht praktiziert. Meine Carrier ziehen sehr souverän ihre Jungen ganz alleine groß und dabei mache ich nach der Meinung manches “Experten” doch so einiges falsch.
Ich benutze handelsübliche Nistzellen, verpaare durchaus auch mehrjährige Tiere untereinander – im letzten Jahr haben bei mir ein dreijähriger Täuber und eine vierjährige Täubin drei Junge allein großgezogen, bei vier gelegten Eiern ❗ – halte mehrere Rassen zeitweise durcheinander, was auch schon mit Kölner Tümmlern klappte, und ich verwende, alles entgegen den Tipps von Herrn Lahme in “Alles über Rassetauben”, Vorsatzgitter an den Nistzellen.

Meine Anlage besteht aus einem Haus und einer Voliere, die aber beide eher als Offenfrontschläge zu bezeichnen sind, weil jeweils nur zwei Seiten vollständig zu sind, die anderen beiden stehen dem Wind entweder ganz oder teilweise zur Zirkulation frei, ohne das dabei ein schädlicher Zug entsteht. Die Dächer sind für das Wetter geschlossen. Dafür können die Warzentauben – zur Zeit Carrier, Indianer, Französische und Nürnberger Bagdetten – bei gutem Wetter in den Überspannten Hühnerauslauf, was sie gerne zum Sonnenbaden bei gutem Wetter nutzen. Schlechte Erlebnisse oder gar Unfälle wegen der Hühner (große Moderne Englische Kämpfer) hat es in diesem ersten Jahr dieser Haltung nicht gegeben, sondern viel mehr entspanntere Tauben und Hühner – beide erleben so immer was Neues, wenn die Tauben die Hühner besuchen.

Ich hoffe, dass damit ein wenig mehr Licht in das Dunkel gebracht wurde und das nun auch ein wenig von den vermeintlichen, grawierenden Schwierigkeiten abgebaut werden konnten. Man muss sich nur wie bei jeder Rasse auf Warzentauben einlassen, aber dann werden sie einem richtig viel Freude machen und wohl kaum wieder ganz loslassen.
Jedem Interessierten stehe ich unter EnglishPearls@aol.com jederzeit zur Verfügung.

Ein erfolgreiches neues Jahr 2005 wünscht
Phillip Fritz