Betrachtungen zu den Felegyhazher Tümmler in der Schausaison 2018/ 2019

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7 Antworten

  1. Hans-Werner-Laible sagt:

    Lieber Zuchtfreund Wutzler,
    aufschlussreich ihre Darlegung in Bezug Handschwingen Zahl. Viele wollen oder können es nicht nachvollziehen das Tatsachen nicht wegzudiskutieren sind. Es werden Andersdenkende niedergebrüllt und mit Schimpfdekanen bedacht, die jegliche Meinungsfreiheit untergräbt, wie mir geschehen. Ich, wie viele andere, gehen mit ihrer Meinung konform und lassen uns nicht durch anderslautende bzw. erhobenen Zeigefinger davon abbringen, dass domestizierte Rassetauben 10/10 beschwingt sein müssen. Wenn es PR dazu anregt Schwingenungleichheit als Fehler anzusehen so sollen sie es machen. Sind es auch diese Leute bzw. müssen sich dem Vorwurf aussetzen den Rassen das Überleben erschweren, gar die Totengräber einer bzw. vieler Rassen zu sein.
    Dem SV der Felegyhazer Tümmler wünsche ich in der Zukunft der Rasse dienliche und tragbare Entscheidung im Sinne der Schönheit der Rasse, ob groß oder klein.
    Ich versteh ihre Argumentationen in Bezug 10/10 Handschwingen, ob es andere auch können bleibt abzuwarten.

  2. Manfred Loick sagt:

    In 30 Jahren habe ich keine Taube gesehen, bei der eine Degeneration anhand der Handschwingenzahl erkennbar war. Seit 25 Jahren ist auch bekannt, dass kein Zusammenhang zwischen Schwungfederzahl und -qualität besteht. Die nächste Preisrichter-Generation wird vielleicht Bestimmungen lernen dürfen, die im Einklang mit dem Wissensstand sind.

  3. José Toro sagt:

    Liebe Zuchtfreunde, liebe PR-Kollegen,
    es ist wieder mal eine „typisch deutsche“ Diskussion. Wir werfen unserem Staat tagtäglichen bürokratischen Irrsinn und Überregulierung vor und wir selber sind da aber keinen Deut besser. Dieses Thema ist aus meiner Sicht „ausgelutscht“ und wird alle paar Jahre zum „täglich grüßt das Murmeltier“.
    Woher maßen wir uns (Preisrichter/Züchter) an, einer Rassetaube vorzuschreiben, ob Sie 9/9, 10/10 oder 9/10 beschwingt ist? Hat uns diese Feststellung etwa Charles Darwin überbracht oder gab es gar wissenschaftliche Studien, die das untermauern können? Steht eine Taube etwa schief im Käfig nur, weil sie auf einer Seite eine Schwinge mehr hat? Gibt es einen optischen Unterschied zwischen beiden Flügelseiten, die mit dem bloßen Auge erkennbar ist und damit das Erscheinungsbild so beeinträchtigt, dass dies geahndet werden muss? Warum gibt es in vielen Ländern dieser Erde (bspw. USA, Südosteuropa aber auch in der arabischen Welt) bei vielen Rassen um Längen bessere rassespezifische Qualität und eine breite Palette von (bei uns nicht anerkannten) Farbenschlägen zu bestaunen? Etwa weil die Zuchtfreunde Hand-, Armschwingen und Schwanzfedern zählen? Mitnichten! All diese Fragen zeigen auf, wie absurd diese Diskussion ist und wie peinlich es ist, dass unsere ausländischen Zuchtfreunde wieder mal darüber nur müde lächeln können. Eine Drohkulisse unter den Taubenzüchtern ist schon längst entstanden. Der Versand des Umfragebogens an die SV-Verantwortlichen hat sich wie ein „Laubfeuer“ verbreitet. Und so hört man unisono: „wenn das durchgezogen wird, sind die Tauben weg!“. Und die ausländischen Zuchtfreunde, die alljährlich bei unseren Sonder-/Hauptsonderschauen teilnehmen, werden uns leider absagen müssen.
    In Zeiten schwindender Mitgliederzahlen, zurückgehender Meldezahlen einiger Rassetauben und Vereinsauflösungen, „schaufeln“ wir uns hier ein weiteres Grab, ich würde behaupten bei vielen Rassen (vor allem Kleine) das finale Totesgrab! Viele Grüße. José Toro

  4. Remco de Koster sagt:

    Ich sehe es anders. In keinem Land der Erde findet man so viele Tauben in einer derart großen Rassenvielfalt und in einer so hohen Qualität. Das hat damit zu tun, dass in Deutschland schon immer sehr genau gezüchtet und bewertet wurde. Viele ausländische Rassen sind bestens vertreten. Die Deutschen Rassetaubenschauen sind die größten Taubenschauen auf unserem Globus. Und Sie werden nicht nur seit vielen, vielen Jahren bewundert, sondern auch als Highlight von vielen Ausländern besucht. Massenweise sind schon Tauben von den Schauen und überhaupt verkauft worden ins Ausland – und das seit zig Jahren. Man soll also die Kirche im Dorf lassen und die Errungenschaften der Taubenzucht über viele Jahrzehnte betrachten. Im Beitrag ist die Rede von Unterschwingigkeit bei Kiskunfelegyhazaer Tümmlern, einer Rasse also, nicht von der gesamten Taubenzucht. Das hat sich bei dieser Rasse offensichtlich eingeschlichen, ohne dass die Züchter darauf geschaut haben. Das wird korrigiert, die Regelung dazu ist eine Vorgabe für die Preisrichter, die sich daran halten müssen.

    • Lieber Remco,
      ganz so allgemein sollte man auf dieses Thema nicht reagieren!
      Das Thema mit der “Schwingenzahl” (oder “Federnzählerei”) beschäftigt uns ja nun schon eine halbe Ewigkeit. Bevor die derzeitig gültige Regelung im Satzungsordner unter 9.10 fixiert wurde, gab es große Unterschiede in der Auslegung der Schwingenzahl, was zum Beispiel zur Folge hatte, dass z.B. bei den Englischen Kröpfern führende Züchter wie Ferdinand Scheerer der Rassetaubenzucht den Rücken gekehrt haben.

      Einige Fragen stehen im Raum: Warum sind oft kleinere Rassetauben “unterschwingt” und große Rassetauben “überschwingt”? Ist es nicht eventuell doch eine Reaktion der Natur? Wer hat darüber belastbare Erkenntnisse? Viele Rassen haben bereits einen EE-Standard. Ist dann die Festlegung z.B. der Schwingenzahl nicht dem Herkunftsland vorbehalten? Ich persönlich vertrete die Ansicht, dass es wichtigeres in der Rassetaubenzucht gibt, wie diese “Federnzählerei”! Wenn sich wie bei silbergeganselten “Felis” nur ein Züchter damit befasst, oder es in ganz Europa nur ca. 10 Täuber der blaufahlgeherzten Englischen Kröpfer gibt, wollen wir diese wegen einer abweichenden Schwingenzahl “vernichten”?

      Ich denke, es sollten tragbare Lösungen gefunden werden, denn vermutlich haben einige Kollegen mit der Umsetzung der Richtlinien aus dem orangen Ordner Probleme.

      Auch erinnere ich an das Thema Ko Shamo! Den Importtieren fehlte oft die Axialfeder und der korrekte Schwingenschluss. Das wollte man bei uns nicht tolerieren. Es wurde gekreuzt und selektiert, bis die Haltung immer waagerechter wurde. Gerade noch rechtzeitig wurde erkannt, dass diese rassetypische Haltung nur mit Zugeständnissen im Schwingenschluss erreichbar ist und nun können wir uns wieder über tolle Ko Shamos erfreuen.

    • Jose Toro sagt:

      Werter Zuchtfreund de Koster,
      die Errungenschaften unserer Rassegeflügelzucht und die Größe und Ausstrahlung unserer großen Geflügelausstellungen stelle ich auch gar nicht in Frage. Es muss aber erlaubt sein, Normen (bspw. wie die Handschwingen Anzahl) nach ihrer Sinnhaftigkeit zu hinterfragen, die mal vor langer Zeit eingeführt wurden und deren Berechtigung der Durchführung stets angezweifelt wurden. Ich würde mir wünschen, dass die Züchterschaft und damit meine ich jeder einzelne Zuchtfreund an einer Umfrage zur Beurteilung dieser “Handschwingen-Zählerei” teilnimmt. Das Ergebnis nehme ich vorweg: Es wäre eindeutig!!!

      Die Unterschwingigkeit bei den Felis ist kein rassespezifisches Problem der Felis, sondern ein generelles Problem der Rassetauben. Dass die Züchter nicht darauf geschaut haben, kann ich verstehen. Ich unterstelle mal den meisten Rassegeflügelzüchtern, dass sie nach Schönheit und Vitalität züchten.
      Versuchen Sie einem Zuchtfreund zu erklären, dass er nach vielen Jahren harter Zuchtarbeit, endlich ein potentielles V-Tier gezogen hat, dass leider auf einer Lokalschau ein “g” bekommt, weil es 9/10 beschwingt ist? Das Argument hierfür entnehme ich Ihrem letzten Satz: Es ist eine Regelung und damit eine Vorgabe an die Preisrichter. Tut mir Leid, das ist für mich zu wenig!!!

      Unsere Rassegeflügelzucht “lebt” nicht nur von Großschauen und ausländischen Besuchern, die für “gutes Geld” Tauben mit nach Hause nehmen. Die Rassegeflügelzucht lebt vor allem von den Züchtern, die die kleinen Lokal-, Regional- und Kreisschauen mit ihrer Beschickung am “Leben” halten. Und hier schaut es zappenduster aus, hier zählt jeder Zuchtfreund/Jungzüchter und seine Teilnahme.
      Wie viele von denen haben unserem Hobby den Rücken gekehrt, weil wir PR´s auf 10 Italienische Mövchen 6 “g” wegen 9/10 Handschwingen vergeben haben. Ich habe da nur ein Kopfschütteln dafür übrig!
      Ich wiederhole mich: Wenn es eine sinnvolle Begründung zur Durchführung der Zählung der Handschwingen gäbe, ich würde sie durchführen. Aber diese fehlt mir in Gänze!
      Viele Grüße. José Toro

  5. Remco de Koster sagt:

    Nur noch soviel zum Thema neun Handschwingen bei den Felegyhazaer Tümmlern: Der SV beruft sich auf eine Regelung für diese Rasse (siehe den HSS-Bericht in der GeflügelZeitung 20/2019), die es gar nicht gibt. Sie stammt aus dem Jahr 1996 und gilt für sehr kleine Taubenrassen, nicht für Mittelgroße. Die Preisrichter auf der HSS haben richtig gehandelt. Wenn es keine Regelung gäbe, dann würde auch die Zahl der Steuerfedern egal sein, ob eine Rosette in der Haube fehlt oder, wären Zeichnungsfehler ja auch nicht mehr wichtig usw. Das wäre natürlich absurd, und somit muss es logischerweise auch eine Regelung für Schwingen geben. Die Empfehlung von 1996 sagt übrigens aus, dass Vereine, die bisher 10/10 als Maß anstreben, dies auch weiterhin tun sollen. Fehlinterpretationen der BZA-Regelung, wie offensichtlich beim Felegyhazaer Tümmler geschehen, haben, wie man nun sieht, unnötig zu diesem Debakel geführt

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