Antwort auf: Unterscheidungsmerkmale bei Tauben

#10043
Maik Loeffler
Teilnehmer

Hallo lieber Zuchtfreund,
es gibt natürlich Mäöglichkeiten der Geschlechtsunterscheidung. Geld bezahlen muß man für die DNA Analyse mittels entsprechender DNA Sonden bei einem zertifizierten Institut (ca. 16,-), oder Endoskopie bei einem erfahrenen TA (erheblich höher). Letzteres ist nur interessant bei sehr wertvollen Tieren, wo man gleich auch sich die Organe auf krankhafte Veränderungen überprüfen möchte. Unter 50,- € geht da bei einem guten TA kaum was. Dies sind die großen Ausnahmen. Der Typ ist ein Hinweis – stärkere kurzrundere Köpfe, massivere Statur. Das Verhalten ist da sicherer. Der 1,0 gurrt zumeist durch und dreht sich dabei, die 0,1 bricht früher ab und dreht sich weniger, die Stimme ist disharmonischer und leiser. Der Abstand der Legebeine und der Abstand der Legebeine zum Brustbeinende ist bei der 0,1 meist größer als beim 1,0. Dies ist umso ausgeprägter, je älter die Tiere sind, dann weiß man das ja ohnehin (wie Zfrd. Gohlis geschrieben hat). Pendeln und die Außenzehenstellungen im Vergleich zur Mittelzehe ist auch so eine Philosophie. Bei Triebstarken Rassen ist die Sache meist klar, ich selber habe auch bei den stillen Thüringer Mondtauben und den spätreifen Montauban selbst schon so manches Mal Täuber zusammengepaart und vergebens auf Eier gewartet. Man ist sich ganz sicher, täuscht sich aber bei manchen Tieren dennoch. Ich halte 110 Paare, ein bis zwei Ausrutscher passieren mir jedes Jahr verwunderlicherweise immer noch, ich züchte in diesem Umfang seit 1975. In Zweifelsfällen setze ich die Probanden mit mehreren paarungsbereiten 0,1 in den Quarantäneschlag, meist hat man das Geschlecht dann in wenigen Minuten.
Gesagt sein sollte auch, manche Paare gehen nie zusammen, meist passen dann auch irgendwelche Vitalitätsgene nicht, die Natur hat für vieles ihren Grund. Die wenigen Resttiere dürfen dann sich nach dem Prinzip der freien Liebe finden – die Nachzucht ist dann fast immer die Vitalste und Beste. Das hat in deer Natur seinen guten Grund – nur was passt bringt auch gute Nachzucht. So erhalten wir unsere Bestände etwas vitaler. Die Rassemerkmale sind eine Sache, die Rasse langfristig zu erhalten steht weit über dem Erringen der meist scheußlichen Pokale (Urnen). Freilich müssen die Partner auch schon ungefähr passen, das ist ja klar. Lange Rede, kurzer Sinn: Viele Wege führen zum Erfolg.
Mit freundlichem Züchtergruß
Maik