Startseite Forum – Hauptseite Zukunft der Rassetaubenzucht Ideen Bundes- und VDT-Zuchtausschuss stutzen

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  • #20914
    r8dSchild
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    Vor mehr als zwanzig Jahren wurde das leidige Thema Handschwingenzahl mit einem „Gentlemen’s Agreement“ abgeschlossen. Der Federaufbau ist bei der Bewertung von Rassetauben ein Qualitätskriterium, die Quantität hat hingegen nichts mit der Qualität zu tun. Nun wurde das Thema wieder ausgegraben. Die Zuchtausschüsse von BDRG und VDT fragen die Vereine, bei welcher Rasse welche Handschwingen „erlaubt“ werden sollen!?!? Jede Regelung dazu ist tierschutzrelevant, also unzulässig. Das uralte Thema erinnert mich an die Wutrede von Giovanni Trappatoni: „Was erlauben Strunz?“ Bei den Handschwingen hat der BZA nichts zu erlauben. Manche züchterische Fehlentwicklung bräuchte eine Aufsicht, aber nicht die Natur!

    #21163
    r8dSchild
    Teilnehmer

    1969 – also vor 50 Jahren – fing ich als Zehnjähriger mit Brieftauben an. Das Aussehen der Tiere war egal, sie waren immer schön, meist waren sie blau oder gehämmert. Farbvererbung war nachrangig, aber der „Regenstein“ war eins der ersten Bücher, das ich wissensdurstig verschlang und noch heute lese.

    1973 wurde ich Rassetaubenzüchter – für die nächsten 40 Jahre war der Pommersche Kröpfer mein Favorit. Auch hier waren Blaue und Gehämmerte immer beliebt, neben den Weißen waren Blau- und Gehämmertgeherzt immer tonangebend bei den Pommern. Nicht nur die geherzte Scheckzeichnung muss stimmen. Die schwarze Flügelschildzeichnung musste rostfrei sein, auch eine Farbschwäche wie Schilf war immer verpönt. Und der Kontrast zwischen dem blauen und schwarzen Farbbild musste klar und durfte nicht verschwommen sein, lockere oder dichtere Hämmerung interessierte uns nicht.

    Diese Grundregeln hatte ich schon als Jugendlicher verinnerlicht. Die Fachleute des BZA haben in jeder neuen Funktionärsgeneration damit ihre liebe Not und verzetteln sich in Kleinig- und Kleinlichkeiten. Damit stehen sie der züchterischen Entwicklung im Weg statt uns den Weg zu weisen.

    Einen ersten Warnschuss bekam der SV, als der BZA bei einer Standardrevision den Farbenschlag dunkelgehämmertgeherzt gestrichen hatte und der Rasse nur noch blaugehämmertgeherzt zugestehen wollte. Wir sind damals mit einem Kofferraum voll dunkelgehämmertgeherzter Pommern zum BZA-Vorsitzenden gefahren – in den Standard wurde neben blaugehämmert- auch dunkelgehämmertgeherzt wieder aufgenommen. Eine völlig überflüssige Energieverschwendung! Fortsetzung folgt.

    #21403
    r8dSchild
    Teilnehmer

    1984/85 wurden bei den Pommerschen Kröpfern die einfarbig Blauen und Blaugehämmerten anerkannt. Das war keine große züchterische Leistung – aber die Standardergänzung war sinnvoll, da die ersten Pommerschen Kröpfer im 19. Jahrhundert einfarbig waren und farbige Latschen mehr Stabilität und Elastizität aufweisen als weiße Fußfedern. Schon damals lautete der Antrag auf Anerkennung einfarbig blau und Nebenfarben, und wir hatten prächtige Tiere in blau, blaufahl, blau- und blaufahlgehämmert von lockerer bis dichter Hämmerung. Der BZA beharrte darauf, jede Variante einzeln anerkennen zu müssen. Ich gab die Tiere ab, weil es Nonsens ist, etwa 8 Varianten einer verwandten Farbreihe anerkennen zu lassen. Aber der BZA kennt keine Verwandten, er hat bei Anerkennungsverfahren die Dollarzeichen in den Augen, nicht die Vielfalt der Taubenzucht. So sortieren wir Tiere aus, die zufällig die vermeintlich falsche Farbe haben, stattdessen halten wir Tiere, die weniger vital eigentlich aussortiert gehören, aber ja die „richtige“ Farbe aufweisen.

    Wie lange lassen wir uns noch gängeln von einem BZA, der die genetische Variabilität bewusst bekämpft? Bei „blau und Nebenfarben“ gibt es keine Fehlfarben, sondern nur eine größere Auswahlmöglichkeit nach Vitalität und Rassequalität.

    #21462
    r8dSchild
    Teilnehmer

    1989 hatten wir auf der Hauptsonderschau in Vellmar bei Kassel einmal 45 blaufahlgeherzte Pommersche Kröpfer, in der über 100-jährigen Vereinsgeschichte gab es keine 10 mal eine zweistellige Meldezahl in diesem Farbenschlag. Sie „schwimmen“ mit den Blauen auf der Erfolgswelle mit, allein gehen sie unter. Keine neue Erkenntnis, aber „zu hoch“ für den BZA. Schon vor mehr als dreißig Jahren wurde darüber nachgedacht, die Anerkennung der so genannten „Verdünntfarben“ einfacher zu regeln. Die Regelhüter halten sich für die Größten – bekommen aber selbst die kleinen Dinge nicht in den Griff.

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