Strukturen der Verbände

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    Der VDT befindet sich in seiner größten Krise.
    Und was machen die Vereine? Sie organisieren Online-Ausstellungen.
    Was machen die Landesverbände? Sie hadern mit den Schauabsagen.
    Was macht der BDRG? Die Frage stellt sich schon lange.

    Die Vereine machen das, wofür sie da sind. Sie kümmern sich um ihre Mitglieder. Andere Vereine bekommen nicht einmal mehr ein Rundschreiben zusammen, weil sie nur Tauben in Schauberichten kennen, aber keine anderen Themen parat haben. Diese Vereine schaffen sich selbst ab.
    Die Landesverbände zeigen auf, dass sie nur eine regionale Bedeutung haben.
    Und die Sonderverbände merken, dass sie sich auch nur für ihre Schauen interessieren, auf Fragen ihrer Mitglieder jedoch schon lange keine Antwort mehr haben.

    Genug Erkenntnisse, um den BDRG neu zu denken.
    Es kann nicht weiter akzeptiert werden, dass Landesverbände mit ihrem auf die eigene Region eingeschränkten Horizont weiter als Träger des BDRG für den augenblicklichen Stillstand verantwortlich sind. Es kann nicht weiter akzeptiert werden, dass bei funktionierendem Schauwesen alles in Ordnung ist und man sich gegenseitig auf die Schultern klopft, bei Schaugefährdungen, egal ob durch Vogelgrippe oder Corona oder Klimaschäden begründet, wir nicht mehr wissen, wofür wir eigentlich da sind.

    Haustiere sind vom Schutz ihrer Pfleger abhängig. Wir sind für ihre art- und rassegerechte und damit natürlich auch für ihre tierschutzkonforme Haltung verantwortlich. Dafür müssen die Dachverbände klare Hinweise geben, wie groß z. B. der Raumbedarf einer Taube ist, und zwar in den Zeiten der höchsten Bestandsdichte. Weil Grundlagenwissen fehlt (was ja durchaus greifbar wäre, aber zu wenig bekannt ist!), meinen manche Züchter, von einer Rasse und einem Farbenschlag zwanzig und mehr Zuchtpaare halten zu müssen, obwohl ein Viertel reichen würde, um Zuchtfortschritte zu erzielen und die Bestandsgesundheit zu erhalten, die durch die Massentierhaltung erst gefährdet ist.

    Dafür brauchen wir eine interne Aufsicht, die uns die Grenzen aufzeigt (Qualzucht, Übertypisierung). Dafür brauchen wir Fachleute, die diese Grenzen abstecken. Tatsächlich ist es aber so, dass manche Berufsfunktionäre auf allen Ebenen und in allen Fachbereichen als gewählte Amtsträger in der Verantwortung stehen, diese aber träge ihrem Amt nicht mehr nachkommen. Wie sollen sie auch im Gespräch mit sich selbst Neues erfahren? Ein PV-Vorsitzender, der selbst im BZA sitzt? Wo bleibt da die gegenseitige Kontrolle, die Möglichkeit fachlicher Auseinandersetzung, die kritische Reflektierung?

    Die Basis (Vereine und Züchter) muss ihre Grundlagen „von oben“ bekommen, aber wenn unsere Verbände nicht funktionieren, übernimmt diese Aufgabe der Staat durch Behörden, die den Tierschutz ernst nehmen, durch Gerichte, die von unseren eigenen Nachbarn angerufen werden, und von Tierschutzorganisationen, die unsere Schwächen schonungslos aufdecken.

    Ich weiß mich zu wehren. Aber ich wünsche mir, dass andere Züchter eine Organisation hinter sich haben, die ihnen hilft. In der augenblicklichen Situation sehe ich das nicht.

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