Das Gästebuch von VDT-online

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Harald Wels aus Satrup schrieb am 28. Dezember 2017 um 18:10
Betrifft Beitrag von M.Löffler über Jungtierkrankheit.
Die "Jungtierkrankheit" hat in diesem Jahr extrem zugeschlagen, und zwar bei allen mir bekannten Züchtern, ob diese jetzt auf Orts, Kreis- oder Großschauen ausgestellt haben. Ich gebe Zfr. Löffler recht, indem er schreibt, das viele Umstände zusammen kommen und die Tauben in der Regel durch irgendwelche Krankheiten vorbelastet sind. Er schreibt, dass man frühe Schauen meiden sollte, bzw. auf diesen nur ältere Jungtiere ausstellen sollte. Dazu meine Erfahrung: Ende Oktober habe ich meine Tiere, die 3 Wochen später zur King Hauptschau sollten, auf unserer Ortsschau ausgestellt. Die Tiere kamen Topfit nach Hause, keine Jungtierkrankheit. Ebenso erging es allen anderen Ausstellern auf dieser Schau, alles ok. Dann folgte unsere King Hauptschau. Dort war am Sonntag schon zu erkennen, dass es einige Tiere erwischt hatte. Ich bereite meine Tauben zur Schau immer gut vor, d.h. ich achte darauf das sie gesund sind und ein starkes Immunsystem haben. Es hat aber nichts genützt, sie haben trotzdem die JTK bekommen und einige Tiere habe ich auch verloren. Von der Schau nach Hause, habe ich die Tauben separat in einen Schlag gesetzt, der von meinem anderen Taubenschlag ca. 100 m entfernt ist. Nach 3 Wochen hatte ich dann in meinem Hauptschlag auch die JTK, trotz Heilerden
( Dysticum,Immunglobuline ect.) . Also habe ich den Virus selber von dem einen Schlag in den anderen getragen. Meinen Zuchtfreunden aus dem Ortsverein ging es nicht anders. Sie stellten nach der Ortsschau dann auf Kreis- bzw. Landesschau aus und bekamen auch die JTK mit Verlusten. Aber jetzt kommt es noch schlimmer: ein Zuchtfreund aus dem KCD Bez.4 hat letztes Jahr auf Grund der gesperrten Ausstellungen durch die Vogelgrippe, mit seinen Tieren an keiner Schau teilgenommen. In diesem Jahr hat er dann wieder ausgestellt und bekam die JTK, aber nicht nur bei den Jungtieren, sondern auch bei den Jährigen, die ja im letzten Jahr nicht ausgestellt waren. 2 Jährige und Ältere, die die JTK schon einmal hatten, blieben verschont. Meiner Meinung nach haben also Tauben, die die JTK durchgemacht haben eine Immunität aufgebaut, also müsste es doch möglich sein, einen Impfstoff zu produzieren. Es wird immer von dem Adenovirus oder Circovirus gesprochen und das diese sich ständig verändern. Wenn das so währe, dann müssten ja Tauben, die die JTK schon einmal hatten, sich neu infizieren. Davon habe ich aber noch nichts gehört, bzw. ist mir kein Zfr.bekannt, bei dem es so währe, und ich kenne sehr viele. Die JTK grassiert in ganz Europa, es betrifft jeden Rasse- und Brieftaubenzüchter, von der Ortsschau bis zur Europaschau. Gegen Paramyxo müssen wir impfen ( man hört aber fast nichts mehr, das ein Zfr. diesen Virus bei seinen Tieren hat) ,es muss doch möglich sein gegen die JTK einen Impfstoff zu entwickeln ? Wir sind Züchter, aber natürlich auch Tierfreunde und es kann ja wohl nicht in unserer aller Sinne sein, die besten Tiere auszustellen , danach deren Verlust zu beklagen und dann wieder von vorne anzufangen. In diesem Sinne mögen sich doch bitte alle diejenigen, die ggf. Einfluß auf die Herstellung eine Impfstoffes haben, ernsthaft Gedanken machen, wie man dieses erreichen kann. Es werden etliche verschieden Produkte angeboten, die angeblich gegen JTK wirken sollen ( das schreibt M.Löffler ja auch in seinem Bericht , wobei er der Einzigste ist, der hier pauschal nichts anbietet, dafür meinen Respekt). Wenn tatsächlich nur eines von diesen Mitteln zu 100% wirken würde, dann hätten wir keine Probleme mehr. Tut es aber nicht.
Ich wünsche allen Zuchtfreunden ein schönes neues Jahr und viele gesunde junge Tauben ohne JTK.
Harald Wels
Satrup
Administrator-Antwort:
Lieber Zuchtfreund Wels,
zuerst vielen Dank für den ausführlichen Bericht. Ihre Wünsche und "Forderungen" beantworte ich Ihnen gerne:


Die "JTK" ist keine Krankheit im klassischen Sinne, denn sonst wäre es uns in den letzten Jahrzehnten gelungen, sie zu behandeln. Übrigens wurde das erste VDT-Meeting vor 30 Jahren! wegen der beginnenden "Veränderungen unserer Taubenbestände" ins Leben gerufen!

Der VDT wird diesbezüglich Informationen liefern, unter anderem beim Tagesmeeting am 09.06.2018!

Auch darf die Virusinfektion "Paramyxovirose" nicht mit der "JTK" verglichen werden. Und "Impfverweigerer, z.B. nur Ausstellungstiere" hatten in jüngster Zeit durchaus Krankheitsausbrüche!

]Aus den vielen Informationen von Züchtern wissen wir auch, dass bei Züchtern mit mehreren Rassen und Farbenschlägen es sehr wohl Unterschiede in der Immunität eines Bestandes gibt!

In ein paar Zeilen kann man es nicht formulieren, aber nicht extern Lösungen fordern, sondern erst intern die "Hausaufgaben" machen!

Gestern Abend sah ich eine sehr interessante Tiersendung über Basstölpel. Sie legen zwei Eier, es wird aber grundsätzlich nur ein Jungtier gefüttert. Wer derjenige ist der überlebt, wenn aus beiden Eiern ein Jungtier schlüpft, machen die zwei Jungtiere in den ersten Lebensstunden unter sich aus. Die Mutter ignorierte, was neben und unter ihr passierte! Grausam, aber es überlebt immer der stärkste, so funktioniert die Natur ohne Menschenhand seit Jahrtausenden.

Unsere Rassetauben sind damit nicht vergleichbar, aber wir müssen akzeptieren, dass es nicht für alle Fehler unsererseits "Mittelchen" als Lösung gibt!
Bitte warten …